Erstellt am 28. Dezember 2016, 05:00

von Markus Glück

Traurige Bilanz: 226 Alko-Lenker erwischt. 7,9 Prozent der Unfälle mit Personenschaden im Bezirk passieren unter Alkohol-Einfluss.

 |  NOEN, APA (Archiv/Techt)

7.503 Alkotests hat die Polizei im Bezirk Melk im Jahr 2016 durchgeführt. Dabei gab es 226 Anzeigen, weil die Lenker alkoholisiert unterwegs waren. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von rund zehn Prozent. 2015 hatten wir im Bezirk 202 Anzeigen“, erklärt Karl Nestelberger vom Bezirkspolizeikommando Melk auf NÖN-Anfrage.

Fünfthöchster Wert in Niederösterreich

Allen Kontrollen zum Trotz hat der Bezirk Melk den fünfthöchsten Wert in Niederösterreich, wenn es um den Anteil an Alko-Unfällen geht. Gleich in 7,9 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden war im Melker Bezirk ein Alko-Lenker beteiligt. Trauriger Spitzenreiter ist laut der aktuellen Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) der Bezirk Scheibbs mit elf Prozent. Generell weist die Analyse ein starkes Stadt-Land-Gefälle auf.

„Das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten sowie die Möglichkeit, mit Taxi oder zu Fuß nach Hause zu kommen, sind die Hauptgründe für den niedrigen Anteil von Alko-Unfällen in Städten“, weiß VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

„Junge Leute gehen mit dem Thema viel bewusster um. Es sind eher die Personen zwischen 40 und 50, die es locker sehen.“

Norbert Haselsteiner

Für die NÖN analysierte der Melker Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner die aktuellen Daten. So lag die Anzahl der Alko-Unfälle im Jahr 2014 bei 31, 2015 gab es eine Steigerung auf 33. Im ersten Halbjahr 2016 gab es zwölf Unfälle mit Alkohol-Anteil. „Wir können aber davon ausgehen, dass der Wert in der zweiten Jahreshälfte deutlich über der ersten Hälfte liegt. Dafür gibt es aktuell aber noch keine Daten“, so Haselsteiner.

Exekutive setzt auf vermehrte Kontrollen

Gegenüber der NÖN betont er, dass das Thema bei der Exekutive sehr ernst genommen wird: „Es gibt einen Schwerpunkt auf Alkohol-Kontrollen.“ Zustimmung gibt es von Haselsteiner für die These des VCÖ: „Gerade in unserer ländlichen Struktur ist die Anzahl an Alko-Unfällen höher als in Ballungsräumen.“ Am häufigsten passieren die Alko-Unfälle in den Nachtstunden. „Wer alkoholisiert mit dem Auto fährt, muss mit einem massiven Lebenseinschnitt als Folge rechnen“, appelliert Haselsteiner, sich bereits vor dem Konsum, Gedanken über die Heimfahrt zu machen.

„Besser einmal im Vorfeld überlegt, als sich monatelang Gedanken darüber zu machen, wie man von A nach B kommt“, meint Haselsteiner.

Über die Altersgruppe der Alko-Lenker gab es zuletzt im Jahr 2014 eine nennenswerte Studie. „Gefühlsmäßig hat sich am damaligen Ergebnis aber wenig geändert. Junge Leute gehen mit dem Thema viel bewusster um. Es sind eher die Personen zwischen 40 und 50, die lockerer an die Sache herangehen“, hofft Haselsteiner auch bei dieser Altersgruppe auf ein rasches Umdenken.

Ähnlich sieht es auch Karl Nestelberger von der Bezirkspolizei: „Die Erfahrungen dazu zeigen, dass ältere Autolenker, die noch keine Probeführerscheinausbildung hatten, öfters alkoholisiert angetroffen werden.“

Umfrage beendet

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