Urlaub im Winter: Ablehnung trifft auf Hoffnung. Bezirk Melk: Die Mehrheit der Menschen ist einem Winterurlaub abgeneigt. Einige zeigen sich aber optimistisch.

Von Michael Bouda. Erstellt am 25. November 2020 (05:12)
Quelle: marketagent; Foto: gorillaimages/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Das Geräusch, wenn die Ski das erste Mal den Schnee berühren, noch einmal schnell die Stöcke gerichtet und schon setzt man den ersten lang gezogenen Schwung in die noch fast unberührte Piste. Für viele Menschen würde normalerweise gerade die Vorfreude auf den Skiurlaub steigen. Ob nach Weihnachten oder in den Semesterferien: Bald würde es in Richtung weißer Pisten, Skilifte, Gondeln und Hüttengaudi gehen.

Corona hat da – wieder einmal – alles verändert. Laut einer aktuellen Umfrage des Market-Instituts sind über zwei Drittel einem Winterurlaub abgeneigt – und dies vor allem wegen eines „unguten Gefühls“. Das kann auch Michael Ringsmuth, Geschäftsführer von Zwölfer-Reisen mit Standorten in Melk, Krems und Hafnerbach, bestätigen. „Es ist alles zum Stillstand gekommen“, sagt Ringsmuth im Gespräch mit der NÖN. „Unsere Mitarbeiter sind zwar da, es gibt aber weder Nachfrage noch Kundenverkehr.“ Diese Erfahrung teilt auch das Reiseunternehmen Mitterbauer. „Wir hatten zwar vor Kurzem eine Buchung für die Malediven, aber den Wintertourismus sehe ich nicht – und ich sehe ihn auch längerfristig nicht. Wenn, dann buchen die Menschen spontan, die mit einer Maske in der Gondel sitzen wollen“, erklärt Geschäftsführer Christoph Mitterbauer.

„Ich verlasse mich darauf, dass die Skigebiete alle entsprechenden Vorkehrungen treffen, zum Beispiel beim Lift. Da mache ich mir keine Sorgen.“ Silke Dammerer, Ybbs

Weggefallen sind für das Ybbser Unternehmen auch sämtliche Busfahrten zu Adventmärkten wie jenem in St. Wolfgang oder in Mariazell. Dafür sind allerdings die traditionelle Weihnachtsreise über die Feiertage sowie die Silvesterfahrten noch im Programm. „Ob wir diese durchführen können, hängt von den Vorgaben ab. Aber es gibt Menschen, die fort wollen. Und mit Abstand und Maske hat das bisher sehr gut funktioniert“, spricht Mitterbauer davon, dass es bereits etliche Anmeldungen gebe.

Rund ein Drittel der Befragten gab an, zumindest „eher“ auf Winterurlaub fahren zu wollen, zehn Prozent will dies sogar „auf jeden Fall“ tun. Und mehr als die Hälfte will dabei mit Ski oder Snowboard die Piste hinunterwedeln. Zum Kreis der Optimisten zählt Silke Dammerer mit ihrer Familie. Die Bezirksbäuerin aus Ybbs fährt seit vielen Jahren in den Semesterferien auf Skiurlaub und will auch im kommenden Februar mit Ehemann Josef, Tochter Hanna (16) und Sohn Peter (14) nach Schladming reisen. „Unsere Buchung ist nach wie vor aufrecht“, erzählt die begeisterte Skifahrerin und erläutert näher: „Jetzt, bei den aktuell hohen Corona-Fallzahlen, würde ich natürlich nicht fahren. Aber wenn sich die Situation entspannt und es wieder geht im Februar, dann würden wir schon sehr gerne Skiurlaub machen.“

Dammerer nennt zwei wesentliche Gründe dafür, warum sie die Buchung trotz zweiten Lockdowns noch nicht storniert hat. Zum einen ist es das Vertrauen in die Maßnahmen vor Ort. „Ich verlasse mich darauf, dass die Skigebiete alle entsprechenden Vorkehrungen treffen, zum Beispiel beim Lift. Da mache ich mir keine Sorgen.“ Zum anderen hebt Dammerer die Flexibilität hervor: „Wegen Corona ist das Stornieren leichter – es gibt sehr viele Rücktrittsgründe. Deshalb haben wir gebucht.“

Umfrage beendet

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