Verkehrslawine auf A1 wächst. Verkehrsanstieg im Bezirk ist stark spürbar – und so auch die Konsequenzen: Besonders Lärmbelastung ist ein Thema.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 15. Mai 2018 (04:00)
ASFINAG

Eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt einen deutlichen Anstieg des Verkehrs auf der Westautobahn (A1). Eine soeben veröffentlichte Auswertung der ASFINAG ergibt für die Zählstelle in Roggendorf rund 69.000 Fahrzeuge pro Tag, ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010.

Einen deutlichen Anstieg gab es auch in Ybbs. Im westlichen Teil des Bezirks erhöhte sich das Verkehrsaufkommen um 20,3 Prozent auf 66.300 Fahrzeuge pro Tag. Spitzenreiter ist St. Pölten-Süd mit rund 77.500 Fahrzeugen täglich. Mit der Anzahl der Fahrzeuge stieg zeitgleich aber auch der Lkw-Verkehr auf der A1. So passieren täglich 10.340 Lkw ( +3 Prozent) den Abschnitt Ybbs sowie 10.460 (+3,3 Prozent) die Zählstelle in Roggendorf bei Loosdorf.

Schroll appelliert an Gütertransport via Bahn

„Der Kfz-Verkehr nimmt stärker zu, als die Wirtschaft wächst. Lärm und Abgasbelastung sind die Folge“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer den großen Handlungsbedarf beim Gütertransport. Ähnlich sieht es auch der Ybbser SP-Bürgermeister Alois Schroll: „Es wäre wichtig, den Transport auf der Donau oder per Bahn zu forcieren.

Weingartner
Lärmende Güterzüge sind dem Melker Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer ein Dorn im Auge. Mit dieser Meinung ist er auch nicht alleine: Loosdorfs SP-Ortschef Thomas Vasku ist der Ansicht, dass die Bahn eine störendere Lärmquelle ist als die Autobahn.

Leider geht man aktuell in die falsche Richtung, indem man beispielsweise die Gleise für die Donauuferbahn abbaut. Ein Transport, etwa für die Steine der Firma Loja, wären per Bahn eine wertvolle Alternative.“ Und das Ybbser Stadtoberhaupt gibt auch zu bedenken, dass es seinerzeit im Verkehrsministerium Pläne für die Stärkung des Bahn- und Schiffsverkehrs gab. „Wie ich noch im Ministerium gearbeitet habe, gab es das alles. Leider hat man danach nie wieder etwas davon gehört,“ ärgert sich Schroll. Für ihn ist es auch wichtig, den Verkehr aus den Städten zu halten: „Alles, was man an Verkehr in der Stadt wegbringen kann, sollte man versuchen.“

In Melk forderte Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer zuletzt als Lärmmaßnahme gegen die Autobahn Tempo 100: „Als Grüner werde ich natürlich bei diesem Thema immer verteufelt. Ich verstehe aber nicht, das man bei starkem Verkehr die Situation nicht individuell mit Überkopfwegweisung regeln kann.“ Mehr als der Lärm auf der Autobahn stört Weiderbauer aber die Güterzug-Problematik: „Da die alten Züge auf der neuen Güterzug-Umfahrung nicht fahren können, fahren sie durch unser Stadtgebiet. Da geht es um eine Lärmbelästigung für die Bevölkerung.“

Unterstützung findet der Melker Stadtrat dabei von Loosdorfs SP-Bürgermeister Thomas Vasku: „Die Autobahn ist bei uns weiter weg. Wir hören zwar ein Surren, bedeutend mehr Belastung für die Bevölkerung ist aber die Bahnstrecke.“

Lärmschutzwand in Matzleinsdorf bald fertig

Von Lärmbelästigung aufgrund des starken Verkehrs auf der Westautobahn konnten die Matzleinsdorfer lange ein Lied singen. Die Lärmschutzwand, für die sich Zelking-Matzleinsdorfs VP-Bürgermeister Gerhard Bürg eingesetzt hat, steht nun kurz vor der Fertigstellung. „Wo der Damm zu niedrig ist, werden die Wände jetzt noch weitergezogen. In den nächsten Wochen wird der Lärmschutz dann aber fertig sein“, informiert der Ortschef.

Während der Lärm der Autobahn damit abgeschirmt wird, klagen die Einwohner von Mannersdorf (Katastralgemeinde von Zelking-Matzleinsdorf) noch immer über Verkehrslärm. Und das wird sich auch nicht ändern, wie Bürg erklärt: „Mannersdorf ist eine klassische Durchzugsgemeinde. Viele fahren durch den Ort, um zur Autobahn zu gelangen. Um den Lärm zu reduzieren, müsste eine großräumige Umfahrung gemacht werden – und das ist nicht realisierbar.“