Verliebt, verlobt, ver...? Corona & Hochzeitsplanung. Es soll der schönste Tag im Leben sein – doch Corona sorgt weiterhin für Ärger bei der Hochzeitsplanung. Die NÖN erkundigte sich bei Standesämtern und Hochzeitslocations.

Von Denise Schweiger und Christina Brandstetter. Erstellt am 07. März 2021 (06:02)
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Von der großen, pompösen Feier in Weiß träumen auch 2021 viele. Schon letztes Jahr wurden viele Hochzeitspläne vom Virus vereitelt. Das rauschende Fest ums Ja-Wort muss noch warten – bei der Pressekonferenz der Bundesregierung am Montagabend wurden mögliche Lockerungen bei einer hohen Durchimpfungsrate bis zum Sommer in den Raum gestellt. Eheschließungen am Standesamt sind allerdings weiterhin möglich. Und diese Trauungen sind gerade sehr beliebt, wie die Ybbser Standesbeamtin Astrid Semmelmeyer berichtet.

„Für diese Saison, also zwischen Jänner und März, sind gerade viele Hochzeiten angemeldet. Aber natürlich im kleinen Kreis, mit zwei oder vier Leuten insgesamt, eventuell mit Kindern. Das ist aber von vielen Paaren auch der Wunsch“, erzählt sie.

Im Ybbser Rathaus traut sie pro Jahr zwischen 40 und 60 verliebte Paare – seit 1996. Sie ist für die Gemeinden Ybbs, Bergland, Neumarkt und St. Martin-Karlsbach zuständig. Zurzeit würden viele Paare die abgesagten Hochzeiten vom vorigen Jahr nachholen. „Man weiß ja nicht, wie sich die Lage entwickelt. Viele wollen jetzt heiraten, auch ohne große Feier“, erklärt Semmelmeyer.

Was so einigen Heiratswilligen gerade in die Karten spielt, ist die begrenzte Anzahl an erlaubten Personen bei der Trauung. „Seit einiger Zeit ist es möglich, ohne Trauzeugen zu heiraten. Das wird oft gemacht. Einige heiraten heimlich und erzählen der Familie erst später davon“, verrät sie.

„Ich muss ehrlich sagen, viele Bräute, die ich am Telefon hab‘, tun mir wirklich leid. Die Planung ist äußerst schwierig.“ Iris Brankl Basilika Maria Taferl

Wer sich aber weder heimlich noch im kleinen Kreise gegenseitig die Ringe anstecken will, ist bei der Planung der Traumhochzeit Corona-bedingt mit vielen Fragezeichen konfrontiert. Beliebte Hochzeitslocations im Bezirk sind das Stift Melk und die Basilika Maria Taferl – und da wie dort hält man sich an die Vorgaben der Bischofskonferenz. Trauungen sind aktuell auf einen späteren Zeitpunkt zu legen.

„Da das ganze Corona-Jahr 2020 schwierig war punkto heiraten, haben sich sehr viele Hochzeiten auf 2021 und 2022 verschoben. Daher hab‘ ich einen gut gefüllten Kalender 2021, was Hochzeiten betrifft“, gibt Pfarrsekretärin Iris Brankl vonseiten der Basilika Maria Taferl Einblick.

Leider sei es aber so, dass auch heuer bereits die ersten Hochzeiten, geplant für April, Mai und Juni, schon wieder verschoben und auch abgesagt werden. „Die Brautpaare sind überhaupt nicht zuversichtlich, dass sich die Situation bis dahin bessert. Ich muss ehrlich sagen, viele Bräute, die ich derzeit am Telefon hab‘, tun mir wirklich leid. Die Planung ist äußerst schwierig. Es gibt Hochzeiten, die wurden bereits zweimal verschoben“ , schildert sie. Brankl habe auch schon Trauungstermine für 2023 notiert.

Im Stift Melk gestaltet sich die Situation ähnlich. „Ab wann Hochzeiten wieder, auch im kleinen Kreis, gefeiert werden können, ist im Moment noch offen“, betont Karin Funiak vom Kirchenrektorat. Einige Trauungen seien für 2021 vorgesehen, da wurden aber ebenso die Frühjahrstermine von den Brautpaaren schon verschoben. „Andere wiederum planen ihre Trauung erst für 2022 in der Hoffnung, dass bis dahin wieder eine größere Feier ohne Maske möglich ist“, sagt Funiak.