Weg mit dem Christbaum – aber richtig. Der Christbaum verschwindet dieser Tage aus vielen Wohnzimmern. Was gilt es zu beachten und was passiert mit den Bäumen?

Von Denise Schweiger und Christian Eplinger. Erstellt am 24. Januar 2021 (06:07)

Die Nadeln sammeln sich am Fußboden, die Äste verlieren an Tragkraft: Wenn der Christbaum ausgedient hat, verschwinden die entschmückten Tannen und Fichten meist nach den Heiligen Drei Königen aus dem Wohnzimmer. Im Auftrag des Gemeindeverbands für Umweltschutz und Abgabeneinhebung (GVU) rückt die Firma Kerschner aus, um die Bäume einzusammeln.

Bisher konnten bereits mehr als 4.000 Christbäume aus der Region abgeholt und der Entsorgung zugeführt werden. Täglich kommen laut Firma Kerschner mehr als 300 Stück hinzu. Wer die Arbeit für die Bediensteten erleichtern will, entastet die Bäume und gibt dieses Material danach in die Biotonne. Die Stämme können dann neben die Biotonne gestellt werden.

Denn wie Johannes Kadla vom GVU berichtet, stellen vollständig entsorgte Bäume neben der Biotonne ein Problem dar. „Es kann aufgrund der Sperrigkeit der Bäume auch nur eine gewisse Stückzahl verladen werden. Viele Bäume bleiben deshalb noch wochenlang neben der Mülltonne stehen, bis eine Entsorgung im Rahmen der Biomüllabfuhr möglich ist“, verweist er darauf, dass es dieses Jahr eine weitere Möglichkeit zur Entsorgung der Bäume gibt (siehe ganz unten).

Schlussendlich landen die gesammelten Christbäume aus den Bezirken Melk und Scheibbs fast zur Gänze – sofern sie nicht in einem regionalen Heizwerk verbrannt werden – auf der Kompostierungsanlage der Seiringer Umweltservice GmbH in Wieselburg.

Die Christbäume werden dort auf der Kompostierungsanlage zerkleinert und als Strukturmaterial in den Kompost eingearbeitet. „So wird aus jedem Christbaum wieder eine hochwertige Komposterde. Und wer weiß, vielleicht wächst aus diesem Erdenboden wieder einmal ein neuer Christbaum“, führt Hubert Seiringer die Vorteile dieser Kreislaufwirtschaft bei einem NÖN-Gespräch deutlich vor Augen.