540.000 Touristen besuchten Stift Melk. Steigerung gegenüber 2016 um 24.000 Besucher. Hohe Abgaben erschweren Investitionen.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. Januar 2018 (05:00)
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Ein Plus von 24.000 Touristen auf rund 540.000 Besucher verzeichnete das Stift Melk im abgelaufenen Tourismusjahr 2017. „Es ist eine Freude, dass das Interesse am Stift ungebrochen ist und wir unsere gesteckten Ziele erreichen konnten“, erklärt Pater Martin Rotheneder.

Wie wichtig das Benediktinerstift für den Tourismus in der Wachau und vor allem für den Schifffahrts-Tourismus ist, zeigen auch die Auswertungen der Besucher. So sind rund 43 Prozent der Besucher Gäste auf einem Fluss-Kreuzfahrtsschiff. Bei der letzten Schifffahrtskonferenz wurde von Reiseveranstaltern abermals die Wichtigkeit des Stifts auf der Route verdeutlicht. Ist das Stift nicht als Reiseziel angegeben, wird das Schiff nicht voll, so die Veranstalter.

Kapazitäten sind weiterhin vorhanden

Obwohl die Zahl der Schiffsgäste leicht im Steigen ist, zerstreut Pater Martin Gerüchte über Engpässe: „Natürlich gibt es, wie bei allen internationalen Highlights, Stoßzeiten, wir haben aber auch Zeiten, wo Kapazitäten vorhanden sind. Ich warne davor, unreflektiert weiterzugeben, dass das Stift mit Touristen überfüllt ist.“

Neben einer besseren Koordination der Schleusenzeiten auf der Donau, haben sich die Stiftsverantwortlichen seit Jahren auf die steigende Anzahl an Touristen vorbereitet. So passte man die Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Gäste an, erweiterte die WC-Anlagen und eröffnete neue Räume, wie etwa den Stiftspark, welcher, wie der Gartenpavillon, saniert wurde. Durch die Sanierung der Nordbastei ist ein wichtiger Berührungspunkt zwischen internationalen Touristen und Schülern des Stiftsgymnasiums möglich geworden. So können etwa im „Wachau-Labor“ Sonderausstellungen gestaltet werden.

Durch den Anstieg der Besucherzahlen erfolgte zuletzt auch eine Aufstockung des Personals auf rund 100 Mitarbeiter, die etwa auch als mehrsprachige Kulturvermittler ihr Wissen vermitteln.

Restaurierungsprojekte wurden abgesagt

Um die historischen Gebäude auf hohem Niveau zu halten, erfolgten zuletzt enorme Investitionen, wie etwa im Bereich des Stiftsgartens oder bei den Türmen. „Leider mussten wir aufgrund der hohen Abgaben an die Stadt Melk einige notwendige Restaurierungsprojekte, wie die Sanierung der Bibliothek, stoppen“, bedauert Rothender die hohe Abgabe im Bereich der Lustbarkeit, die jährlich bei rund 600.000 Euro liegt. Neben der Bibliothek stoppte das Stift auch die Erneuerung des Daches der Kuppel der Stiftskirche, die Sanierung des gesamten Daches der Stiftskirche sowie die Sanierung der Altane, deren Sperre jetzt droht. Daneben beendeten die Stifts-Verantwortlichen auch die Neugestaltung der Räume für Führungen für Kinder und Schulklassen. „Diese Räume wären für die pädagogische Vermittlung vorgesehen gewesen“, erklärt Rotheneder.