Tourismus-Plus im gesamten Bezirk Melk. Von Jänner bis Juli 2017 nächtigten 168.451 Menschen im Melker Bezirk. Am meisten legte Hürm zu. Grund dafür: ein Motel. Von D. Schweiger, M. Glück

Von Jutta Streimelweger, Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 28. September 2017 (09:05)
Matthias Fischer
Mit seinen mehr als 500.000 Besuchern ist das Stift Melk Haupttourismusattraktion im Bezirk.

Auf ein touristisch erfolgreiches Halbjahr blicken die Gemeinden und Betriebe in der Region zurück. Von Jänner bis Juli 2017 nächtigten 168.451 Personen im gesamten Bezirk Melk. Das sind über 2.600 Menschen mehr als in diesem Zeitraum 2016.

"Erwarten auch einen guten September"

Unangefochten auf dem ersten Platz bleibt Melk. Alleine von Jänner bis Juli nächtigten 34.359 Menschen in der Bezirkshauptstadt. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich in Melk ein Plus von 2,3 Prozent. „Wir blicken auf eine positive erste Hälfte, erwarten aber auch einen guten September“, resümiert VP-Tourismus-Stadtrat Peter Rath. Das Stift Melk nennt er dabei als Touristenmagnet. „Wir waren mit den Führungen dieses Jahr am absoluten Limit.“

„Bei uns gibt es derzeit keine Beherbergungsbetriebe. Auch die Landesschau hat für uns keinen Schwung gebracht.“Ex-VP-Ortschef Georg Strasser

Trotz einem leichten Minus von 2,6 Prozent bei den Nächtigungen bleibt Emmersdorf weiterhin auf Platz zwei. Insgesamt verzeichnet die Gemeinde 22.147 Nächtigungen. In Pöchlarn, dritter im Bezirksranking, stiegen die Nächtigungszahlen an: Verbrachten Touristen im ersten Halbjahr 2016 12.865 Nächte in der Nibelungenstadt, so waren es 13.621 in der ersten Hälfte von 2017. Das ist ein sattes Plus von 5,6 Prozent für Pöchlarn.

Hürm legte von allen Gemeinden im Bezirk die beste Entwicklung hin. 1.701 Nächte verbrachten Besucher im Ort, das ist ein Plus von 113,7 Prozent. Im Vorjahr verzeichnete Hürm lediglich 769 Nächtigungen. Das starke Plus erklärt VP-Bürgermeister Johannes Zuser mit der Eröffnung des neuen Sleep-in Premium Motel in Inning. „Außerdem gab es auch viele Baustellen in der Umgebung, was sicherlich auch dazu beigetragen hat.“

Plus und Minus in Pöggstall

Die Landesausstellungs-Gemeinde Pöggstall hat sowohl ein Plus, als auch ein Minus zu verzeichnen. Die Ankünfte steigerten sich, allerdings verringerte sich die Aufenthaltsdauer im Ort. Als Grund für beides gibt VP-Bürgermeisterin Margit Straßhofer die Landesausstellung an: „Viele Leute kamen wegen der Schau, das Minus ist auf die Vorbereitungsarbeiten für sie zurückzuführen. Man muss bedenken, dass über ein Jahr Pöggstall von den Arbeitern komplett ausgebucht war.“

In Nöchling brachen die Ankünfte im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 62 Prozent ein, auch die Nächtigungen sanken von 308 auf magere 60 (-80,5 Prozent). Ex-VP-Bürgermeister Georg Strasser erklärt sich den Rückgang mit dem Wegfall von zwei Beherbergungsbetrieben, zuletzt gab auch das Gasthaus Gruber die Zimmervermietung auf. „Aktuell gibt es bei uns leider keine Beherbergungsbetriebe. Auch die Landesausstellung hat für unsere Gemeinde keinen Schwung gebracht“, bedauert Strasser.

Texingtal punktet bei Nächtigungen

Mit den meisten Nächtigungen im südlichen Bereich des Bezirks kann jährlich die Gemeinde Texingtal punkten. In diesem Jahr sanken die Nächtigungen allerdings um mehr als zwölf Prozent. Da der Gemeinde die aktuellen Zahlen noch nicht vorliegen, möchte sich VP-Bürgermeister Gerhard Karner die Daten noch genau anschauen. „Wir werden den Rückgang analysieren. Ich betone aber, dass wir mit unseren Werten sehr zufrieden sind“, erklärt Karner. Hauptanziehungspunkt für rund 1.777 Ankünfte und 2.833 Nächtigungen sind für Karner vor allem die Burg Plankenstein, aber auch die Rad- und Mountainbikestrecken der Region.