Dorfzentrum: Schäden schon im ersten Jahr. Die SPÖ kritisiert, dass es im neuen Bischofstettner Dorfzentrum etliche Mängel gibt. Die regierende ÖVP beruhigt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:35)
Im Bischofstettner Dorfzentrum standen bereits einige Reparaturen an.
Bouda

Eine eingeschlossene Person im Lift oder gespaltene Leimbinder im Mehrzwecksaal: Seit seiner Fertigstellung im September 2019 traten im Bischofstettner Dorfzentrum mehrere Mängel auf, wie die SPÖ Bischofstetten kritisiert. „Die Qualität, die geliefert wurde, hat oft nicht gepasst. Hier wird mit Steuergeld sehr sorglos umgegangen“, sagt Parteivorsitzender Andreas Bicek. Bischofstettens VP-Bürgermeister Werner Nolz entgegnet: „Natürlich gibt es bei Großprojekten Mängel. Aber sie sind im Bereich der Gewährleistung und auch schon behoben.“ Die Mängel in der Detailbetrachtung:

Der Lift. Zweimal ist der Lift bisher ausgefallen, einmal wurde dabei eine Frau eingeschlossen. „Die Sicherung dürfte ausgefallen sein. Die Feuerwehr kam aber sehr schnell“, erklärt Nolz. Bicek sorgt sich nun darum, dass die Reparaturen auf das Gemeindebudget schlagen könnten, denn die Aufzugsfirma Thyssen-Krupp hat ihre Aufzugssparte Anfang des Jahres verkauft. Nolz beruhigt: Mittlerweile gebe es einen Wartungsvertrag, der in jedem Fall abgeschlossen worden wäre. Im Rahmen dessen würden auftretende Mängel behoben.

Die Fassade. Das Dorfzentrum war noch gar nicht fertiggestellt, als bereits ein Teil der Fassade erneuert werden musste. „Die Fassade war damals noch nicht ganz ausgehärtet und es gab ein Starkregenereignis“, schildert Nolz. Der Schaden wurde laut Ortschef als Gewährleistungsfall behoben.

Das Geländer. Regelmäßig sollen sich Menschen beim Geländer entlang der Rampe eingezwickt haben. Laut SPÖ stand schon eine Klage einer Privatperson im Raum. Nolz beruhigt, dass auch dieser Schaden nicht mehr besteht: „Der Handlauf ist locker geworden, er ist aber schon wieder neu geschweißt – im Rahmen der Gewährleistung.“

Die Leimbinder. In der Mehrzweckhalle sollen die Leimbinder an der Decke zum Teil gespalten sein. Bicek führt dabei Fragen zur Statik ins Treffen. Nolz erläutert, dass bereits wieder alles in bester Ordnung sei: „Die Schäden sind behoben und es ist alles mit der Statik abgeklärt. Es ist zwar zu Spaltbildungen gekommen, aber sie wurden bereits geschlossen – auch als Gewährleistungsfall.“

Die Wassereinbrüche. Sowohl in der Arztpraxis als auch in den Wohnungen im Dorfzentrum soll es zu Wassereinbrüchen gekommen sein. „Das war beides bei Starkregenereignissen“, erläutert Nolz. Im Fall der Arztpraxis hätten zwei bis drei Abflüsse nicht funktioniert, die aber anschließen abgeändert wurden, wie Nolz schildert. Was die Wohnungen betrifft, seien Regenabflüsse am Dach ungünstig platziert gewesen, auch das sei allerdings bereits behoben worden, versichert Nolz. „Seitdem ist es zu keinem Wassereinbruch mehr gekommen.“