Ex-FPNÖ-Klubobmann Martin Huber hat „Plan B“. Nach seinem Parteiausschluss startet der Ex-FP-Funktionär mit unabhängiger Liste „Plan Blindenmarkt“ durch. Mit dabei: alle ehemaligen FP-Mandatare Blindenmarkts.

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 20. Dezember 2019 (14:54)
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Martin Huber tritt mit einer eigenenListe an.
FPÖ

Martin Huber, ehemaliger FP-Klubobmann, „wilder“ Landtagsabgeordneter und Gemeinderat, sorgte Wahl für Wahl für Top-Ergebnisse in seiner Heimatgemeinde Blindenmarkt. Damit ist jetzt aber Schluss. Die „blaue“ Hochburg ist nicht mehr – denn es gibt keine FP-Ortsgruppe mehr in Blindenmarkt.

Nach seinem Parteiausschluss aufgrund eines Glückwunschpostings an Adolf Hitlers Geburtstag wurde viel um die politische Zukunft Hubers spekuliert. Seit vergangener Woche ist klar: Ein Comeback zu den Freiheitlichen gibt es nicht. Huber hat einen buchstäblichen Plan B: Er stellt sich mit der unabhängigen Liste „Plan Blindenmarkt“ (kurz: „Plan B“) der Gemeinderatswahl im Jänner. Elf Kandidaten präsentiert der Polit-Rückkehrer, besonders brisant: Alle sechs FP-Mandatare, die gemeinsam mit Huber im Gemeinderat saßen, stehen auf seiner neuen, parteilosen Liste.

„HC“ Strache wünscht Huber Glück bei Wahl

„Wir sind noch das gleiche Team wie früher“, ist der Blindenmarkter froh über die Unterstützung seiner damaligen Mitstreiter. Dass ihm unter seinen Facebook-Freunden viele zum „Schritt in die Unabhängigkeit“ gratulieren, freut Huber. Ein „exzellentes Wahlergebnis“ wünscht Leidensgenosse Heinz-Christian Strache – der Ex-Vizekanzler wurde nach der Ibiza- sowie der Spesen-Affäre ebenso von der FPÖ ausgeschlossen.

Wie hoch der frisch gebackene Listen-Obmann die Chancen für seinen „Plan B“ einordnet? „Wir setzen auf das G‘Spür der Leute“, gibt sich Huber auf NÖN-Anfrage etwas zugeknöpft.

Ein schwerer Schlag ist der Verlust der stärksten FPÖ-Gruppe im Bezirk für Bezirksobmann Richard Punz, der nach Huber den Bezirksvorsitz der Freiheitlichen übernahm.

Richard Punz ist Spitzenkandidat in St. Leonhard.
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Die Entscheidung gegen die FPÖ dürfte erst einen Tag vor der Abgabe der Listen gefallen sein. „ Das ist zu akzeptieren. Huber hätte aber auch als Freiheitliche und Unabhängige kandidieren können. Das Angebot hat es gegeben“, betont Punz. Das sieht Huber allerdings anders: „Weder die Landes- noch die Bundespartei hat seit meiner Suspendierung Kontakt zu mir aufgenommen.“ Ob die Entscheidung gegen die FPÖ auch Auswirkungen auf die Parteimitgliedschaft der bald ehemaligen FP-Gemeinderäte hat, wird sich laut Punz in den nächsten Wochen entscheiden.

Betreffend Suspendierung von Martin Huber hat die Bundespartei nach wie vor keine Entscheidung getroffen, wie die weiteren Schritte sind. Punz stellt aber klar: „Die Entscheidung mit einer eigenen Liste anzutreten hat die Chancen nicht vergrößert und den Rehabilitationsprozess nicht beschleunigt.“