Nach fahrlässiger Tötung verurteilt. Pkw-Lenker, der einen Radfahrer erfasst und getötet haben soll, vor Gericht.

Von Christina Brandstetter. Erstellt am 22. September 2020 (08:52)
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Am 9. Mai vergangenen Jahres erfasste ein Pkw-Lenker einen Radfahrer am Straßenrand. Der 34-Jährige Biker starb noch an der Unfallstelle. Nach der Kollision beging der Pkw-Lenker Fahrerflucht und stellte sich erst tags darauf der Exekutive.

Am ersten Verhandlungstag, am 8. Oktober des Vorjahres, war der Beschuldigte geständig, bestritt aber die ihm vorgeworfene grobe Fahrlässigkeit. „Ich habe ihn komplett übersehen“, sagte der 27-Jährige damals über den Radfahrer. Das verkehrstechnische Gutachten zeigte nach der Rekonstruktion des Unfalls auf, dass die Geschwindigkeit des Autofahrers für die gegebenen Zustände zu hoch gewesen sei.

Der Verteidiger bestritt das zwar nicht, betonte aber, dass dies ein „Massenphänomen“ im Straßenverkehr sei. Das bedeute noch keine grobe Fahrlässigkeit. Diese Meinung teilte auch der Einzelrichter, trotzdem hätte der Unfall bei eingeschaltenem Fernlicht und mit einer leichten Auslenkbewegung verhindert werden können.

Somit wurde der 27-Jährige in St. Pölten nicht rechtskräftig wegen fahrlässiger Tötung zu vier Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 3.220 Euro verurteilt.