Günther Sidl bei ÖBB-Nightjet-Premiere mit "an Bord". Premierenfahrt des Nachtzugs von Wien nach Brüssel. Mit an Bord, neben zahlreichen anderen Politikern, der Petzenkirchner EU-Abgeordnete Günther Sidl (SPÖ).

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 21. Januar 2020 (06:54)

Die ÖBB hat ihr Nachtzuggeschäft erweitert: Am Sonntagabend ist der erste Nightjet von Wien nach Brüssel abgefahren. Und nach knapp 14 Stunden Fahrt traf der Zug am Montagvormittag pünktlich in Brüssel-Nord ein. Mit an Bord des ersten Nachtzugs war auch der aus Petzenkirchen stammende EU-Abgeordnete Günther Sidl (SPÖ).

"Es war ein riesiges PR-Event mit unglaublich vielen Medienvertretern. Ich hoffe, dass ich viele Abgeordnete auch in den kommenden Wochen im Zug wiedersehen werde", merkt Sidl an. Am zwei Wochentagen kann man künftig nach Brüssel fahren.

Laut Greenpeace verursacht ein Flugpassagier auf der rund 1.000 Kilometer langen Strecke von Wien nach Brüssel 410 Kilogramm CO2-Emissionen, ein Fahrgast des Nightjets hingegen nur 40 Kilogramm. Abgeordnete, Lobbyisten, Geschäftsreisende und Touristen sollen deshalb künftig mit dem Nachtzug zum EU-Hauptsitz fahren – das ist zumindest die Hoffnung von Umweltschutzorganisationen und der ÖBB.
Dabei kann man – je nach Geldbörse – zwischen einer Nacht im Schlafwagen, Liegewagen oder im Sitzwagen wählen. Das günstigste Sparschiene-Ticket kostet 59,90 Euro, wer allein im Single-Deluxe-Abteil mit Dusche, WC und Frühstück reisen will, muss 249 Euro zahlen.
Doch neben all den positiven Eigenschaften, gibt es doch Kritikpunkte. "Der Zug muss schneller werden. Das ist möglich, denn er muss allein zwei Stunden in Deutschland warten. Hier braucht es ein verstärktes Europäisches Denken. Das sind Dinge die wir angehen müssen", erklärt Sidl.