Gefahr im Verzug im Schlosspark Pöchlarn. Kranke Bäume mussten aus Sicherheitsgründen fallen. Maßnahme stößt – trotz Todesfall 2012 – nicht überall auf Verständnis.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 02. April 2019 (05:01)
Die Standfestigkeit einiger alter Buchen war nicht mehr gegeben.
Gemeinde, shutterstock,com/Volodymyr Goinyk

Mehrere Bäume wurden aus dem Baumbestand des Schlossparks geschlagen. Das stößt so manch Umweltschützer sauer auf. „Einige meldeten sich diesbezüglich bei mir. Aber: Wenn Gefahr droht, müssen wir handeln. Das steht für mich außer Frage“, rechtfertigt VP-Stadtchef Franz Heisler. Denn den 28. Juli 2012 werden viele Pöchlarner wohl nie vergessen.

Als ein heftiges Unwetter über dem Mittelalterfest im Park aufzieht, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Der Ast eines Kastanienbaums kracht herunter – zwei Menschen sterben, 13 sind zum Teil schwer verletzt. Und das, obwohl die Bäume erst von einer Gruppe von Fachleuten für in Ordnung befunden wurden.

Regelmäßige Kontrolle durch Experten

Regelmäßig wird der Baumbestand im Schlosspark von Experten kontrolliert. Ein Gutachten stellte jetzt mehreren alten Buchen kein gutes Zeugnis aus: Es fehlt ihnen mittlerweile an Standfestigkeit. Kurz gesagt: Die Motorsäge musste her.

„Es war Feuer am Dach. Die Bäume waren innen schon ganz hohl“, erklärt VP-Bürgermeister Franz Heisler. Nur bei den Buchen blieb es allerdings nicht: Durch die Entfernung der mächtigen Bäume wurden die dahinter stehenden Fichten freigelegt. Als Flachwurzler waren die Nadelbäume akut windwurfgefährdet. Damit die Fichten beim nächsten Sturm nicht entwurzelt werden, fielen sie ebenso. „Wir mussten eingreifen, hier geht es um die Sicherheit. Und im Ernstfall haftet die Gemeinde.“

„Es war Feuer am Dach. Die Bäume waren innen schon ganz hohl“VP-Bürgermeister Franz Heisler

Wie etwa nach der Tragödie beim Mittelalterfest: Obwohl damals niemand der Betroffenen Vorwurf gegen die Stadtgemeinde erhob, wurde Pöchlarn 2016 schuldig gesprochen. Die Fachleute hätten „früher zur Kontrolle beauftragt werden sollen“ lautete das Urteil. Eine Geldstrafe in der Höhe von rund 1.250 Euro wurde verhängt. Zudem werden die Lücken im Bestand so schnell wie möglich. Die Aufforstung ist noch für das Frühjahr geplant.

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