Güterzug-Lärm vertreibt Touristen. Stark zurückgehende Nächtigungen und immer wieder Beschwerden über den Güterzüge-Lärm: Wunsch nach Resolutionsbeteiligung auch auf der anderen Seite der Donau.

Von Zaklina Jukic. Erstellt am 07. Juni 2019 (04:00)
Jukic
Während die Camping-Branche immer mehr boomt, leidet Gerhard Engelunter enormem Touristen-Verlust.

Campen direkt an der Donau: Ruhe und Entspannung pur – glaubt man zumindest. Die Realität in Marbach sind aber teilweise stündlich vorbeifahrende Güterzüge und der damit verbundene Lärmpegel.

Bereits fünf Gemeinden haben sich der Resolution im Kampf gegen den Güterzugverkehr verbündet (Loosdorf, Melk, Pöchlarn, Krummnußbaum, Ybbs). Campingplatz- und Wirtshausbetreiber Gerhard Engel aus Marbach meldet sich daraufhin zu Wort: „Wir auf der anderen Seite sind auch vom Lärm betroffen. Wenn nicht sogar mehr.“ Den Grund dafür sieht er darin, dass durch die Donau keine Barriere gegeben ist. „Ich fahre oft mit dem Rad die Strecke zwischen Melk und Ybbs entlang. Das ist dort einfach ein anderer Lärm, viel dumpfer“, erklärt Engel.

Regionalzüge sind bei Weitem nicht so laut. „So lange man den Güterzug sieht, hört man ihn auch“, erläutert Engel die Problematik. Besonders in der Anzahl der Nächtigungen spürt der Campingplatz-Betreiber die Folgen. Während es im Jahr 2012 rund 7.000 Nächtigungen gab, zählt er vergangenes Jahr lediglich knappe 3.500. Oftmals ist es so, dass Camper nach nur einer Nacht weiterfahren wollen, weil sie der Lärm vertreibt.

„Mir ist bewusst, dass es nicht ausschließlich daran liegt, dennoch sind die Beschwerden über den Lärm enorm“, bedauert Engel und wünscht sich dringend Verbesserung. SP-Bürgermeister Anton Gruber kannte die Problematik bis dato nicht. „Wir werden das Thema natürlich im Gemeinderat diskutieren. Warum sollten wir uns der Resolution nicht anschließen, wenn das gewünscht ist“, erklärt Gruber.