Grüner Protest in Region Pöchlarn

Erstellt am 25. Januar 2022 | 12:14
Lesezeit: 3 Min
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Die Grünen und Vertreter der Bürgerinitiative „Ritter der Au“ protestierten diesen Montag im Bereich des geplanten Werkstandorts.
Foto: Die Grünen NÖ/Jennifer Vacha
Initiative und Grüne gingen gegen Werksbau auf die Straße. „Wir halten am Projekt fest“, heißt es indes seitens Jungbunzlauers.
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Grün blitzt an diesem Montag der Widerstand. Und zwar in Form von großen und kleinen Schildern unter dem grauen Himmel in Bergern (Zelking-Matzleinsdorf). Die Grünen und Vertreter der Bürgerinitiative „Ritter der Au“ versammelten sich dort, wo die Firma Jungbunzlauer plant, eine Zitronensäurefabrik zu errichten. Oder eigentlich: Wo sie schon errichtet werden könnte.

Zweimal gab‘s für das Bauvorhaben des Unternehmens bereits grünes Licht, derzeit liegen zwei Beschwerden gegen das Projekt beim Verfassungsgerichtshof (siehe Infobox unten). Ob der Werksbau tatsächlich noch verhindert werden kann, darf man also bezweifeln. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagt Grünen-Bezirkssprecher Emmerich Weiderbauer, „Aber man muss auch realistisch sein. Die Hoffnung hält sich in Grenzen. Ich werde jedenfalls mein Möglichstes tun.“

Im Rahmen der Protestaktion warnte Weiderbauer vor allem vor der „zu erwartenden Geruchsbelästigung“. Zur Erinnerung: Im Zuge der UVP-Verhandlung im Oktober 2020 wurde klar ausgesprochen, dass eine Geruchsbelästigung in Melk nicht ausgeschlossen werden könne. „Das Donautal funktioniert wie ein Windkanal. Die vorherrschenden Westwinde werden den Gestank der Fabrik in Windeseile nach Melk und Emmersdorf transportieren“, argumentiert er.

Grünen-Landessprecherin Helga Krismer forderte, einen neuen Standort für das Jungbunzlauerwerk zu finden: „Der Verfassungsgerichtshof muss hier entscheiden, aber die ÖVP NÖ ist jetzt aufgerufen, nicht zuzulassen, dass hier mit einer Fabrik direkt vor der Wachau und der Stadt Melk über die Region und die Umwelt drübergefahren wird.“ Aussagen, die Josef Gaß seitens Jungbunzlauers nicht nachvollziehen kann.

„Wir stehen weiter hinter dem Projekt und haben kein schlechtes Gewissen. Zig Sachverständige haben die Situation geprüft“, sagt er. So gab es auch Messungen zur möglichen Geruchsentwicklung. „Zu an 100 Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit wird es keine solchen negativen Auswirkungen geben“, betont Gaß. Und er ersucht um Vertrauen: „Dass es keine negativen Auswirkungen gibt, ist ja auch im Interesse des Unternehmens, wir wollen gute nachbarschaftliche Beziehungen.“

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