Emmersdorf an der Donau , Leiben , Zelking-Matzleinsdorf

Erstellt am 23. Oktober 2018, 04:00

von Denise Schweiger

Hochratner: „Druck von oben ist für viele Hindernis“. Während VP-Ortschef Kronsteiner mit Resolution gegen Werksbau seine liebe Not hat, befürwortet sein VP-Vize den Protest.

Das geplante Zitronensäurewerk der Firma Jungbunzlauer in Bergern (Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf) entzweit den Bezirk Melk in zwei Lager: Projektgegner und Befürworter. Diese 3D-Ansicht präsentierte das Unternehmen bei den jüngsten Info-Veranstaltungen in den betroffenen Gemeinden Zelking-Matzleinsdorf und Leiben.  |  Jungbunzlauer

Nach dreimaligem Votum in der Gemeinderatssitzung beschloss der Emmersdorfer Gemeinderat eine Resolution gegen die Flächenwidmungen in Leiben und Zelking-Matzleinsdorf für die Errichtung des geplanten Zitronensäurewerks der Firma Jungbunzlauer (die NÖN berichtete).

Einerseits jubeln die Projektgegner „Ritter der Au“ und die Grünen, die sich als einzige Partei von Beginn an gegen das Werk aussprachen. Andererseits geht ein Raunen durch die Reihen der ÖVP – während sich VP-Politiker wie Karl Wilfing und Gerhard Karner für die Firmenansiedlung aussprachen, leistet Emmersdorf als Gemeinde mit überwiegender VP-Mehrheit (elf ÖVP, vier Grüne und vier SPÖ) jetzt Widerstand.

„Mich freut es, dass es doch noch selbstdenkende Menschen gibt, die, ohne auf Pateifarben zu schauen, eine Meinung haben."VP-Vize Richard Hochratner

Allzu überraschend scheint das Ergebnis für VP-Vize Richard Hochratner allerdings nicht zu sein. Für ihn spielt die Parteifarbe in der „Causa Jungbunzlauer“ nämlich keine Rolle. Und das sollte sie auch für andere Mandatare nicht:

„Mich freut es, dass es doch noch selbstdenkende Menschen gibt, die, ohne auf Pateifarben zu schauen, eine Meinung haben. Letztlich ist aber doch ein befürchteter Druck von oben für viele ein Hindernis, ihre ehrliche Meinung zu sagen.“ Den soll es laut VP-Landtagsabgeordneten Karl Moser aber nicht geben: „In keinster Weise wird hier Druck auf Kronsteiner und seine VP-Fraktion ausgeübt. Die Gemeinden sind autonom.“

Hochratner hält jedenfalls nichts von einer Industrieanlage im touristisch umworbenen Nibelungengau. Stichwort Tourismus: Der war auch das Hauptargument für die Mandatare. Sie fürchten Auswirkungen auf den Tourismus, da im Umweltbericht keine Untersuchungen punkto Geruchsemissionen angeführt sind.

VP-Vize: „Dass Antrag kam, war höchste Zeit“

In der Resolution werden die Bürgermeister Gerhard Bürg (VP, Zelking-Matzleinsdorf) und Gerlinde Schwarz (SP, Leiben) aufgefordert, die Flächen nicht umzuwidmen, bevor die Geruchsbelastung nicht untersucht wurde. Eine Sorge, die die Tourismus-Zahlen bekräftigen: Mit 42.433 Nächtigungen landete die Gemeinde im Vorjahr im Bezirks-Vergleich nach der Stadt Melk auf dem zweiten Platz.

Hochratner findet: „Dass ein Antrag kam, ist höchste Zeit. Wir hätten schon viel länger wachsam sein sollen.“