Ritter der Au: „Bei Foto wurde nicht getrickst“. VP-Ortschef Gerhard Bürg zweifelte an Echtheit von Foto in letztwöchiger NÖN-Ausgabe. Die „Ritter der Au“ weisen die Vorwürfe des Bürgermeisters zurück.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 06. Juni 2018 (05:00)
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Beim NÖN-Lokalaugenschein stelte sich heraus, dass man das Aufeld und demnach auch das geplante Zitronensäurewerk (siehe Vergrößerung) von der Altane des Stift Melk sehr wohl sehen kann - anders als von Jungbunzlauer-Vertreter Josef Gaß angenommen.

„Nachdem ich den letzten NÖN-Artikel gesehen hatte, musste ich mir selbst ein Bild machen“, meldete sich Zelking-Matzleinsdorfs VP-Ortschef Gerhard Bürg vergangene Woche in der NÖN-Redaktion.

Es ging um die „Causa Jungbunzlauer“: Der Bürgermeister zweifelte an der Echtheit des Fotos, das zum Artikel „UVP auf der langen Bank“ abgedruckt wurde. Das Stift Melk erschien ihm zu nah. „Das muss mit einer Kamera mit richtig gutem Tele-Objektiv gemacht worden sein“, argumentiert er, „ich bin selbst hingefahren und von der Hälfte des Areals sieht man es nicht. Josef Gaß von der Firma Jungbunzlauer meinte auch, dass man das Werk vom Stift aus nicht sehen wird.“

Ritter der Au
Dieses Bild ließ Zelking-Matzleinsdorfs VP-Bürgermeister Gerhard Bürg zweifeln. Markus Gruber von den „Rittern der Au“ schoss das Foto.

Ein Déjà-vu für die Bürgerinitiative „Ritter der Au“: Schon einmal wurde ihnen im Kampf gegen die mögliche Zitronensäurefabrik in Bergern (Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf) das Verwenden von unechten Fotos vorgeworfen. Wie sich herausstellte, zeigte das Bild allerdings doch das Jungbunzlauer-Werk in Pernhofen, sowie die daneben angesiedelte Firma Wiehart (die NÖN berichtete).

„Da wurde definitiv nicht getrickst“, weist Pressesprecher der Initiative, Christoph Schaufler, Bürgs Vorwürfe zurück. „Das Stift Melk ist de facto vom Aufeld zu sehen. Auf dem besagten Bild ist die Nähe zu Melk gut sichtbar – hätte die Firmenansiedlung doch auch Auswirkungen auf die Stadt.“

Ob das Aufeld von der Altane des Stiftes zu sehen ist, klärt jetzt ein NÖN-Lokalaugenschein: Von der Terrasse des Klosters ist es nämlich sehr wohl zu erkennen (siehe Foto oben). „Und die geplanten, über 25 Meter hohen Türme des Werks dann ja wohl auch“, legt Schaufler nach.