Umweltanwalt versus Produktionsleiter. Jurist Wolfgang List und Josef Gaß von Jungbunzlauer kommen auf keinen grünen Zweig. Ein gedruckter Schlagabtausch.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. September 2019 (05:02)
List Rechtsanwalts GmbH / Michael Bouda
Umweltanwalt Wolfgang List will die Werkspläne zu Fall bringen. Produktionsleiter Josef Gaß der Firma Jungbunzlauer holt zum Konter aus.

Umweltanwalt Wolfgang List bringt neue Argumente gegen den Bau der geplanten Zitronensäurefabrik vor. Produktionsleiter Josef Gaß welche dafür.

Donauwasser für die Produktion

Als großes Ass im Ärmel sieht List, dass Jungbunzlauer anstelle von Grundwasser Donauwasser für die Produktion verwenden will. „Das ist das Aus des Projekts“, ist der Jurist sicher. „Die Donau ist mit allerlei Schadstoffen belastet. Fäkalien aus der Donauschifffahrt, Antibiotikarückstände und vieles mehr.“

Gaß versichert, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. „Das für Prozesszwecke verwendete Donauwasser wird in einem mehrstufigen Reinigungsverfahren aufbereitet. Eine Kontamination der Zitronensäure, ist völlig ausgeschlossen.“

Die Wassermenge

„Der geplante Wasserverbrauch dieser Firma ist einfach Wahnsinn“, kritisiert List weiter. „105 Liter pro Sekunde, das sind Drei Milliarden Liter im Jahr!“

„Man muss das in Relation sehen. Konkret hat die Donau in diesem Bereich eine mittlere Wasserführung von rund 1.860 m³ pro Sekunde. Wir beabsichtigen eine maximale Entnahme von rund 1,77 m³ pro Sekunde“, betont Gaß zudem auch, dass der Großteil des Wassers als Kühlwasser verwendet, sprich wieder zurückgeführt wird.

Temperatur des Kühlwassers

List fürchtet um die Donau als Lebensraum: Das für die Kühlung verwendete Donauwasser, das wesentlich wärmer zurück in den Fluss geleitet wird, habe große Auswirkungen auf Flora und Fauna.

„Die Erwärmung der Donau wird rein rechnerisch eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von kleiner als 0,1 Grad Celsius bewirken. An der Einleitstelle des Kühlwassers wird, bei einer mittleren Wasserführung, auf einer Breite von 20 Metern die Temperaturerhöhung maximal zwei Grad Celsius betragen. Innerhalb von 50 Metern unter 0,5 Grad Celsius“, rechnet Gaß vor.