Werksbau: Klare Forderung der Stadt Melk an Firma. Nach zwei langen Tagen in Wieselburg wurde am Dienstag die mündliche Erörterung "zu fortgeschrittener Stunde" abgeschlossen. Die UVP-Verhandlung zum geplanten Zitronensäurewerk der Firma Jungbunzlauer ist somit geschlagen. Jetzt heißt es abwarten, bis die Entscheidung fällt.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 07. Oktober 2020 (06:29)
Die Melker Delegation bei den den UVP-Verhandlungstagen in Wieselburg: Rechtsanwalt Gerhard Taufner, VP-Bürgermeister Patrick Strobl und Sachverständiger Bruno Sternad.
Stadtgemeinde Melk

Um Punkt 22.30 Uhr war es schließlich vorbei. Nach über 23 Stunden inklusive Pausen (Montags von 9:15 bis 20 Uhr, dienstags von 9 bis 22.20) schloss Verhandlungsleiter Paul Sekyra "zu fortgeschrittener Stunde" am zweiten Verhandlungstag die mündliche Erörterung der UVP-Verhandlung rund um die geplante Zitronensäurefabrik im Bezirk Melk (Zelking-Matzleinsdorf und Leiben).

An zwei Tagen wurde über das Vorhaben Jungbunzlauers im Bezirk Melk ausgiebig diskutiert. Die NÖN war dabei!
Denise Schweiger

Die Behörde geht von einer "Entscheidungsreife des Verfahrens aus". Was das heißt? Die UVP-Verhandlung ist geschlagen, jetzt heißt es abwarten. Per schriftlichem Bescheid wird über die Entscheidung, ob die Fabrik gebaut werden darf oder nicht - oder ob noch Unterlagen nachgereicht werden müssen -  informiert.

Unterwegs im Paragrafen-Dschungel

Turbuluente Tage liegen hinter den Teilnehmern. Die NÖN saß an beiden Verhandlungstagen in den Zuhörerreihen. Allen voran war die UVP-Verhandlung eines: eine zweitägige Exkursion in den Paragrafen-Dschungel. Der Ton zwischen den Beteiligten wurde zwischenzeitlich schon rauer: Abstecher in Richtung Unsachlichkeit inklusive. Zwischenrufe, Kritik an der Verfahrensleitung, Wortmeldungen - über die zum Teil brisanten Vorkommnisse während der gesamten Verhandlung sowie den einzelnen Fachthemen berichtet die NÖN exklusiv in der Printausgabe.

In der aktuellen Ausgabe KW41 bekommen NÖN-Leser einen besonderen Einblick in den ersten Verhandlungstag. Jenen Themengebieten und Meinungen sowie den (reichlichen) Diskussionspunkten des zweiten Verhandlungstages widmet sich die Melker NÖN detailliert in ihrer nächsten Ausgabe.

Klare Forderung aus der Stadt Melk

Im Rahmen der abschließenden Stellungnahmen stach die Stadtgemeinde Melk mit einer deutlichen Forderung an die Firma Jungbunzlauer heraus. "Ich will noch einmal bekräftigen, dass wir nicht grundsätzlich gegen die Firma Jungbunzlauer sowie deren Produkte sind, im Gegenteil, wir stehen einem innovativen Betrieb, der in Österreich investiert und dadurch Wertschöpfung erzeugt, positiv gegenüber", erläuterte Melks VP-Bürgermeister Patrick Strobl. Aber: Es gebe eben die - doch große - Sorge der Bürger um eine mögliche Geruchsbelästigung durch das Jungbunzlauer-Werk. "Melk muss auch in Zukunft so attraktiv für seine Gäste und die Bevölkerung sein.

Zu schaffen ist dies mit höheren Bäumen oder der Versetzung der gesamten Anlage Richtung Süden. Wir fordern daher die Behörde dringend auf, sämtliche Vorschriften zur Anwendung zu bringen, die mit den heutigen anerkannten Regeln der Technik möglich sind, eine Geruchsbelästigung für die Stadtgemeinde Melk auszuschließen", betont Strobl. Zudem verlangt er auch noch "Antworten auf offene Fragen" - die Stadtgemeinde bittet die Sachverständigen diesbezüglich um Nachreichung.

"Mehr direkter Kontakt" ist gewünscht

Josef Gaß vonseiten der Firma Jungbunzlauer bezog daraufhin Stellung. "Ich würde mir hier mehr direkten Kontakt wünschen. Und,  dass die Politik ihre Informationen direkt vom Unternehmen einholt und nicht irgendwelchen Gerüchten Vortrieb leistet."