VP gegen SP: „Schroll weiß, dass Unterlagen fehlen“. SPÖ gegen ÖVP lautet das Match beim Schulzentrum, VP-Chef Kratzer bezichtigt SP-Stadtchef Schroll der Lüge.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. September 2020 (05:12)
Stein des Anstoßes: Das Schulzentrum Ybbs
Markus Glück

Nicht einverstanden ist die Ybbser ÖVP und der Hofamt Prieler Bürgermeister und Five4You-Kleinregionsobmann Friedrich Buchberger mit Schrolls Aussagen im Zusammenhang mit dem Umbau des Ybbser Schulzentrums.

In der letztwöchigen NÖN betonte Schroll, dass es seitens des Landes nach wie vor die Finanzierungszusage gäbe, weiterhin sechs Millionen Euro für den Zwölfmillionen-Umbau offen sind. Im Büro von Landesrätin Teschl-Hofmeister betonte man auf NÖN-Anfrage, dass noch Unterlagen fehlen. Dies verneinte Schroll: „Wir haben alle Konzepte übermittelt. Ich kann aber keinen Architektenwettbewerb, wie vom Land gewünscht, starten, wenn ich keine Finanzierungszusage habe. Das kostet rund eine Million Euro.“

„Schroll lügt“, bricht aus VP-Stadtrat Gert Kratzer die Verärgerung nach Studium des NÖN-Berichtes heraus. „Ich war beim Termin mit der Landesrätin dabei und ich hatte nicht den Eindruck, dass er alle Unterlagen übermittelt habe.“

Schroll findet Aussagen von ÖVP „bedenklich“

Nach einer Recherche bemerkte Kratzer, dass es bereits im Jänner 2018 ein Schreiben des Landes gab, in dem dieses die Stadtgemeinde aufforderte, detaillierte Unterlagen zu übermitteln. „Was Schroll behauptet ist eine glatte Lüge. Er weiß seit Jänner, was fehlt. Wir müssen endlich mit der Projektplanung beginnen, um die Förderung zu bekommen“, mahnt Kratzer. Bedenklich findet Schroll die Aussagen von Kratzer: „Er war selbst beim Gespräch dabei, danach hat er mir versichert, er verstehe auch nicht, warum es keine fixe Zusage gibt.“

Unterstützung erhält Kratzer von Buchberger, der sich auch als vermeintlich „kleiner Nachbarbürgermeister“, in die Debatte einklinkt. „Auch wenn Stadtrat Reiter sagt, ich solle mich um meine Projekte kümmern, möchte ich ihn darauf hinweisen, dass ich im Namen der Kleinregion sehr wohl dafür verantwortlich bin, dass die Region eine Schule auf modernstem Standort hat“, meint Buchberger.

Er verteidigt dabei das Land: „Ohne Projekt kann es keine Finanzierungszusage geben. Es geht mir aus meiner Sicht nur mehr um das Wollen. Wegen Schrolls Verzögerungspolitik dürfen Jugendliche nicht die Leidtragenden sein.“

Schroll erhielt in den vergangenen Tagen erneut ein Schreiben des Landes mit der Zusage einer Förderung von bis zu 25 Prozent und der Bitte, weitere Unterlagen nachzureichen. „Es wird keinen Vorschlag geben, wenn ich keine fixe Zusage bekommen“, meint Schroll.