Impffortschritt im Bezirk Melk: Ärzte sind ausgebucht

Nachfrage nach Impfungen nun höher. Melk im Niederösterreich-Vergleich aber noch unter dem Durchschnitt.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:32
Lesezeit: 3 Min

 63 Prozent der Personen im Bezirk Melk sind geimpft, damit liegt der Bezirk derzeit unter dem niederösterreichischen Durchschnitt. Die Ankündigung der Impfpflicht und die vorherrschende vierte Welle erhöhen aber die Nachfrage, sagt Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner:  „Eine Steigerung der Durchimpfungsrate im Bezirk ist immer noch das wichtigste Ziel.“

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Bezirksärztevertreter Harald Waxenegger war einer der ersten Impfärzte aus dem Bezirk. Im Moment impfe er knapp 60 bis 70 Personen in der Woche: „Wir können uns vor Nachfrage kaum noch retten und die Termine sind bis Weihnachten bereits ausgebucht.“ Immer weniger Ampullen stehen dabei zur Verfügung. Zumeist sind  Boosterimpfungen gefragt, gefolgt von Zweitstichen. Das Interesse an Erststichen sei gering: „Von 70 Personen sind etwa zehn Zweit- und vier Erststiche, der Rest Boosterimpfungen.“ Seit der Ankündigung der Impfpflicht sei die Nachfrage außerdem stark gestiegen: „Im September und Oktober mussten wir Impfwillige anrufen, um den Impfstoff nicht entsorgen zu müssen. Jetzt haben wir zu wenig Impfdosen.“ Für die Ärzte selbst seien die Impfungen unkompliziert. Sein Appell an alle Ungeimpften ist klar: „Lasst euch impfen, damit wir wieder unser gewohntes Leben führen können.“

Arzt Florian Hoffer aus Petzenkirchen schildert hier ähnliche Erfahrungen: „Wir sind bis Jahresende zu 100 Prozent ausgebucht, Ausfälle passieren nur, wenn Patienten anderweitig schneller einen Termin zur Impfung erhalten.“ Seit Anfang Oktober wurden in seiner Praxis knapp 50 Erstimpfungen, 80 Zweitimpfungen und 311 Auffrischungen verimpft: „Unsere Patienten sind also weitgehend alte Bekannte.“ Das große Interesse derzeit besteht für ihn durch die Verkürzung des Auffrischungsintervalls, erklärt Hoffer. Hauptsächlich käme es zu klassischen Impfreaktionen mit grippeähnlichen Beschwerden für etwa zwei Tage, aber nicht zu „schwerwiegenden Nebenwirkungen“.

Impffortschritt in Gemeinden durchwachsen

Im Bezirk gibt es einige Gemeinden, die bereits eine sehr hohe Durchimpfungsrate vorweisen können. Andere sind im Ranking noch unter der 60-Prozent-Marke. Die Spitze bilden Persenbeug-Gottsdorf und Schönbühel-Aggsbach mit jeweils 69 Prozent Vollimmunisierungen. Schönbühel-Aggsbachs ÖVP-Bürgermeister Erich Ringseis verrät: „Ich bin froh, dass wir vorne dabei sind.“

Künftig wünscht sich der Ortschef eine noch höhere Quote, jedoch soll niemand gezwungen werden: „Man muss dafür Verständnis haben, sonst gibt es einen Keil in der Gesellschaft.“ Die Stadt Melk liegt mit 68 Prozent ebenso über dem Durchschnitt. ÖVP-Stadtchef Patrick Strobl erklärt sich dies mit den Maßnahmen, wie etwa der Test- und Impfstraße. Strobl wünscht sich baldige Normalisierung: „Es wird eine Zeit nach Corona geben – daher sollten wir gemeinsam alles tun, um die Spaltung im Land nicht zu vergrößern.“

Das Schlusslicht bildet derzeit Dorfstetten mit nur 50 Prozent Vollimmunisierungen.

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