Mank: Auf Eskalation folgte Gespräch

„Friedensspaziergang“ vor Privathaus des Bürgermeisters sorgte für Empörung. Nun gab es ein schlichtendes Gespräch.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 05:59
Lesezeit: 2 Min
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Eine Demonstration ähnlich wie diese hatte in Mank viel Aufregung zur Folge: Die Teilnehmer machten vor dem Privathaus von ÖVP-Bürgermeister Martin Leonhardsberger Halt.
Foto: Archiv

50 Menschen, lautstark gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierend, standen am Abend des ersten Adventsonntags vor dem Privathaus von Bürgermeister Martin Leonhardsberger (ÖVP).

Die Empörung war groß und fand auch Niederschlag in sozialen Medien. „Privatpersonen sollen und müssen Privatpersonen bleiben“, schrieb eine Person aus Mank, „Befremdlich“ eine andere und „Haberfeldtreiben“ eine weitere – um nur einige zu nennen. Eine Frau berichtete, dass sie sich ob der Lautstärke der Demonstrierenden mit ihren Kindern ins Haus zurückgezogen habe.

Besonders irritierend war der Überraschungseffekt. Denn bei der behördlichen Anmeldung des „Friedensspaziergangs“ war keine Kundgebung vor Leonhardsbergers Haus ausgewiesen gewesen, dennoch hielten die Demonstrierenden rund fünf Minuten lang davor.

Maria Maier, Organisatorin der Demonstration, betont, dass die Kundgebung vor Leonhardsbergers Haus „keine Absicht“ gewesen sei: „Es war schon geplant, daran vorbeizugehen, aber nicht, dass wir stehen bleiben – das war spontan.“

Was die Lautstärke generell betrifft, entschuldigte sich Maier insbesondere bei den Kindern (siehe Leserbrief unten).

Stadtchef: „Für mich ist die Sache damit erledigt“

Den offenen Brief erhielt auch Leonhardsberger. Mittlerweile fand auch ein Telefonat zwischen Organisatorin und Ortchef statt. „Sie hat sich entschuldigt und gesagt, dass der Halt vor meinem Haus nicht geplant war. Für mich ist die Sache damit erledigt, weil ich der Meinung bin, dass wir die Adventzeit nutzen sollten, um aufeinander zuzugehen“, erklärt Leonhardsberger und fügt hinzu: „Es zeugt von menschlicher Größe, dass sie sich entschuldigt hat. Ich habe mich gefreut über den Brief.“

Am vergangenen Sonntag ging Maier mit rund 80 Personen neuerlich auf die Straße. Der „Friedensspaziergang“ sei dieses Mal aber leiser über die Bühne gegangen – und auch mit einer anderen Route, wie Maier berichtet. „Wir haben die Lautstärke reduziert, das hat gut funktioniert.“ Auch bei der Gemeinde seien bis Montag keine Beschwerden eingegangen. „Mir ist nichts zu Ohren gekommen“, sagt Leonhardsberger.

Unterdessen hatte es aufgrund mehrerer Vorfälle in Zusammenhang mit Anti-CoV-Maßnahmen-Demos und Bürgermeistern am Mittwoch einen runden Tisch zwischen dem damaligen ÖVP-Innenminister und nunmehrigen Bundeskanzler Karl Nehammer, Gemeindebundpräsident Alfred Riedl und über 400 Ortschefs gegeben. Nehammer zählte unterschiedliche Zugänge zum Wesen der Demokratie, sprach aber auch davon, dass mit Aufmärschen vor Wohnhäusern von Bürgermeistern „rote Linien überschritten werden“.

Intensiviert werde daher die Vernetzung zwischen Polizei und Gemeindeführung. Diese sei in Mank im Rahmen der Aktion „Gemeinsam sicher“ bereits jetzt vorbildhaft, sagt Leonhardsberger: „Die Zusammenarbeit funktioniert bestens mit dem Posten in Mank. Wir sind in laufendem Austausch.“