Melk: Erfahrung über Schonzeit nach dem „Stich“. Mutter berichtet von folgenschwerem Sturz nach Impfung. Arzt appelliert, es danach ruhig anzugehen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:24)
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Shutterstock/SedaServet

„Ich bin keine Impfgegnerin – ich will nur unsere Geschichte erzählen, damit anderen so etwas nicht passiert“, stellt eine junge Frau aus dem Bezirk Melk gegenüber der NÖN klar.

Vor zwei Wochen habe sie und der Vater ihres fünf Monate alten Kindes die erste Corona-Teilimpfung erhalten. „Moderna, völlig problemlos. Uns ging es beiden nach der Impfung gut“, erzählt sie. Um 3 Uhr Früh wachte das Söhnchen auf, die junge Mutter versorgte den Kleinen. „Da wurde mir plötzlich schwindelig. Ich hatte unseren Sohn auf dem Arm, als ich kollabierte.“

„Die Leute kommen und erzählen, dass sie nach der Impfung aufs Rad steigen wollen. Davon raten wir dringend ab.“
Johannes Weintögl, Arzt

Der Sturz zog schwere Folgen nach sich – denn der Kleine trug einen Schädelbruch davon. „Wir sind sofort ins Krankenhaus, mittlerweile geht‘s ihm Gott sei Dank schon besser, aber ein Schädelbruch braucht halt seine Zeit, bis er verheilt“, informiert die Mutter. Auch sie wurde im Spital untersucht.

Mutter: Impfreaktion nicht auf leichte Schulter nehmen

„Ich war gesund und habe keine Vorerkrankungen, trotzdem ist das leider passiert. Wir wollen das publik machen, damit die Leute – vor allem junge Eltern – vorsichtig sind und die möglichen Nebenwirkungen der Impfung nicht auf die leichte Schulter nehmen“, betont sie.

Dieser Meinung ist auch Allgemeinmediziner Johannes Weintögl. Der Arzt praktiziert in seiner Ordination in Zelking-Matzleinsdorf – und hat schon über 2.000 Impfdosen verabreicht. „Ob Nebenwirkungen auftreten, ist ganz individuell. Manche merken gar nichts, andere schon. Fakt ist, dass jede Impfung eine Belastung für das Immunsystem ist.“ Deshalb sei es wichtig, sich nach dem „Stich“ auch wirklich zu schonen.

„Viele unterschätzen mögliche Nebenwirkungen.“ Allgemeinmediziner Johannes Weintögl

„Das haben wir vor allem gemerkt, seitdem das Wetter sommerlich geworden ist: Die Leute kommen und erzählen, dass sie nach der Impfung aufs Rad steigen oder wandern gehen wollen. Davon raten wir dringend ab: Solche Aktivitäten sollte man sich auf alle Fälle anders einteilen“, appelliert Weintögl.

Gängige Nebenwirkungen der Impfung seien Kopfweh, Müdigkeit, etwas erhöhte Temperatur und Schmerzen an der Einstichstelle. Es könne auch zu „schlagartigem, hohen Fieber kommen“: „Das vergeht aber meist auch so schnell, wie es gekommen ist.“