Planbarkeit als Wunsch bei Melker Gastronomen. Die Betriebe müssen noch immer auf Öffnung warten. Gastronomen berichten von der aktuellen Lage.

Von Ewald Fohringer, Friedrich Reiner, Christina Brandstetter und Lisa Schinagl. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:47)
Sabine Schreiner, Chefin von Schreiners ,,Das Waldviertel Haus“ in Laimbach, blickt trotz Sorgen mit Optimismus in die Zukunft.
FR

Mit tiefen Sorgenfalten blicken die Gastronomen im Bezirk Melk in die Zukunft. „Es ist fünf vor zwölf“, sagt Sabine Schreiner vom Gasthaus „Das Waldviertel Haus“ in Laimbach. Ihr Betrieb lebt von Hochzeiten und Seminaren, die im Vorjahr beinahe zur Gänze weggefallen sind: „Die heurige Saison läuft eher zäh an. Bis Mitte Mai haben wir keine einzige Anfrage.“

Sie kritisiert die Planbarkeit, der es ihrer Branche derzeit fehle, und hofft auf baldige Öffnung. Die Mitarbeiter befinden sich allesamt in Kurzarbeit, um Abwanderung zu verhindern: „Unsere Mitarbeiter sind unser großes Plus. Wer einmal weg ist, kommt nie mehr zurück.“ Ab Juli wird auch ein Kochlehrling gesucht.

Für McDonalds-Geschäftsführer Wolfgang Heindl bietet der McDrive einen Mehrwert.
Fohringer

Auf baldige Klarheit hofft auch Margaret Ebner, deren Hotel-Restaurant „Zur Post“ in Melk bereits in den Startlöchern steht: „Ich wünsche mir, dass wir ab Mitte März wieder Gäste empfangen können.“

Einen innovativen Ansatz in der Krise zeigt der Schlossgasthof Artstetten. Maria-Luise Niederleitner rief einen Drive-In-Takeaway ins Leben. Dennoch soll der Betrieb bald wieder öffnen: „Aufzeichnungspflicht und das Tragen von Masken haben im Herbst keine Probleme bereitet“, betont Niederleitner.

Recht überrascht zeigte sich das Team des Bärenwirtes in Petzenkirchen nicht, als es hieß, dass die Gastronomie wieder nicht aufsperren darf. „Wir hätten auf den 15. März gehofft, befürchtet haben wir aber den Start rund um Ostern“, erzählt Landgasthof-Chef Erich Mayrhofer. „Wir hoffen deshalb auf einen guten Sommer“, sagt er zuversichtlich.

Schwierig ist die Situation auch für die Systemgastronomie. Der Loosdorfer McDonalds-Betreiber Wolfgang Heindl konnte im vergangenen Jahr um ein Drittel weniger Gäste begrüßen, der Umsatz ging um ein Viertel zurück.

In diesem Jahr ist derzeit etwa nur die Hälfte der Besucher gekommen. „Der McDrive bietet derzeit allerdings einen nicht zu verachtenden Mehrwert“, erklärt Heindl. Die härteste Zeit konnte bisher mit Weiterbildungsmaßnamen für die Mitarbeiter und Kurzarbeit überbrückt werden.

Umfrage beendet

  • Lockdown für Gastro, Tourismus & Kultur verlängert: Richtige Entscheidung?