Hilfsmaßnahmen für die Ybbser Betriebe . SP-Stadtrat Christoph Fritz initiiert Internetplattform für Ybbser Betriebe. VP-Ebert fordert Reduzierung der Abgaben.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. April 2020 (04:23)
v.l.n.r.: VP-Stadtrat Harald Ebert will Erleicherungen für Unternehmen und Ybbser Bürger. SP-Stadtrat Christoph Fritz stellte neue Einkaufsplattform vor.  Für SP-Stadtchef Alois Schroll ist klar: „Wer Hilfe braucht, wird diese bekommen.“
Glück, Jäger

Die Coronakrise führt dazu, dass vor allem vielen Klein- und Mittelbetriebe ein wirtschaftliches Desaster droht. In Ybbs gibt es derzeit verschiedene Ideen, um der heimischen Wirtschaft etwas unter die Arme zugreifen. „Die Betriebe wollen jetzt hören, wie die Gemeinde diesen am besten helfen kann“, betont VP-Stadtrat und Unternehmer Harald Ebert.

Er selbst kann in seinem Dachdecker-Betrieb aktuell kleine Arbeiten erledigen: „Ich habe das Glück, dass meine Mitarbeiter und ich gut über die Runden kommen. Ich führe aber täglich Gespräche mit vielen Unternehmen und Angestellten, deren Sorgen sehr groß sind. Da müssen wir als Gemeinde schauen, dass wir helfen können.“ Ebert regt an, dass die Gemeinde Abgaben für Wasser und Kanal sowie für die Kommunalsteuer reduziert oder aussetzt. Bei Bewohnern in Gemeindewohnungen regt Ebert ebenso ein kulantes Vorgehen bei Härtefällen an. „Es ist eine herausfordernde Zeit und für viele stellt sich eine existenzielle Frage. Helfen wir den Leuten und reduzieren gewisse Abgaben“, appelliert Ebert an SP-Bürgermeister Alois Schroll: „Schaffen wir gemeinsam ein Vorzeigemodell.“

„Wenn ein Unternehmen keinen Angestellten mehr hat, zahlt es auch keine Kommunalsteuer.“Alois Schroll, SP-Bürgermeister von Ybbs

Angesprochen auf die Vorschläge von Ebert betont Schroll, dass die Stadtgemeinde in vielen Bereichen Privatpersonen und Unternehmen unterstützt: „Wenn ein Kleinunternehmen in Ybbs Hilfe braucht, dann wird es diese auch bekommen. Gleiches gilt für die Bürger.“ Schroll betont auch, dass Wirtschaftsstadtrat Christoph Fritz (SP) und er an einem Wirtschaftskonzept für die Stadt arbeiten. Der Wirtschaftspartei ÖVP wirft der Stadtchef vor, „keinen Tau von der Materie“ zu haben. „Wenn ein Unternehmen keinen Angestellten mehr hat, zahlt es auch keine Kommunalsteuer“, erklärt Schroll. Zudem könne die Stadt für 6.000 Einwohner keine Abgaben für Strom und Wasser mehr verlangen: „Mache ich das, kommt vieles zum Erliegen.“

Der neue SP-Wirtschaftsstadtrat Christoph Fritz verweist auch auf das neue Kurzarbeitszeitmodell zur Entlastung der Betriebe. „Sowohl bei Entlassung als auch bei Kurzarbeit kommt es zu einer verminderten Kommunalsteuer. Die Ausgaben für die Gemeinde bleiben aber unverändert. In speziellen Fällen werden wir aber Gespräche führen“, sagt Fritz.

Als Stadtrat, der auch für den Bereich Digitalisierung zuständig ist, stellte Fritz vergangene Woche eine neue digitale Informationsplattform mit integriertem Onlineshop zur Unterstützung der Ybbser Handelsfirmen und zur Ankurbelung der regionalen Kaufkraft vor. Die neue Wirtschaftsplattform ybbs.online wird den Ybbser Unternehmen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Verwaltung der jeweiligen Informationen, Produkte, Anzeigen und Dienstleistungen übernehmen die Betriebe selber. Den kontaktlosen Zustellservice betreiben anteilig die Betriebe, die Stadtgemeinde und der Verein „Soziales Ybbs“. Schroll zeigt sich von der Umsetzung begeistert: „Seitens der Stadtgemeinde habe ich mich entschlossen, dass wir den Zustellservice der gekauften Produkte in dieser Krisenzeit kontaktlos und kostenfrei übernehmen“.

Für Fritz steht die Plattform unter dem Motto „Ybbs unterstützt Ybbs“: „Damit schaffen wir eine bestmögliche Förderung der Ybbser Wirtschaft in der Krisenzeit.“ Lob für die Initiative gibt es auch von der ÖVP. „Es ist eine Unterstützung für Kleinunternehmen, die sich jeden Tag den Kopf über ihre Existenz zerbrechen und dennoch Waren und Dienstleistungen anbieten“.