Melker in China mitten im Zentrum der Seuche. Expeditionsgruppe aus dem Bezirk Melk erlebte Ausbruch in China hautnah.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 04. Februar 2020 (06:19)
Florian Krendl aus Melk und Sebastian Holler aus Artstetten-Pöbring (v. l.) reisten einen Monat lang während ihrer Expedition in Eurasien durchChina.
EUROPE GOES SILK ROAD

Das Coronavirus dominiert die Schlagzeilen. Bilder aus Wuhan, wo die Epidemie ausbrach, gehen um die Welt. Florian Krendl aus Melk und Sebastian Holler aus Arstetten-Pöbring erlebten, wie die Infektionskrankheit das Leben in China veränderte. Und das in nur wenigen Tagen.

Europe goes Silk Road

Im Zuge ihrer Expedition „Europe goes Silk Road“ entlang der Seidenstraße reisten sie einen Monat lang durch das Land. Insgesamt 14 Provinzen besuchten die Abenteurer. Als der Fischmarkt in Wuhan Anfang Jänner geschlossen wurde, waren die beiden in der Stadt. „Ein Chinese führte uns durch Wuhan. Er erzählte uns, dass das alles nicht so tragisch sei. Er meinte, das Thema werde bald vom Tisch sein“, berichtet Krendl. Er sollte sich täuschen: Binnen weniger als einer Woche kippte die Stimmung.

„Es hat damit angefangen, dass die Museen zusperrten. Die Behörde versuchte Schritt für Schritt, große Menschenansammlungen wegen der Infektionsgefahr zu verhindern“, erinnert sich der Melker zurück. Während Menschen mit Mundschutz in Europa ein ungewöhnliches Bild darstellen, gehört das in China zum Alltag.

Massenpanik in China? – Fehlanzeige

„Das Vorsorgebewusstsein ist dort ein ganz anderes. Durch den Ausbruch wurden es aber immer mehr, zum Schluss war gar keiner ohne Maske unterwegs“, erzählt er. Krendl und Holler miteingeschlossen. Angst, sich anzustecken, hatten die beiden aufgrund der vielen Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen aber nicht. „In Österreich beunruhigen die Bilder mit Masken und Schutzanzügen. In China hingegen herrscht trotz des Ausnahmezustandes keine Panik. Es läuft alles extrem diszipliniert ab, das ist beeindruckend.“

Kurz vor der Heimreise gab es dann überall – im Zug, im Taxi, in der Shoppingmall – Gesundheitschecks per Fiebermesser oder Wärmebildkamera. „Eigentlich wären wir noch nach Peking zu Meetings gefahren, doch die wurden aufgrund des Coronavirus gecancelt“, erzählt Krendl.

Schlussendlich fanden sie im chinesischen Urumqi kein Hotel mehr, das Betten für Reisende anbot. „Da merkten wir, dass es jetzt wohl besser Zeit wird, nach Hause zu fahren, ehe wir nicht mehr ausreisen dürfen.“

Am Flughafen Urumqis angekommen, gab es die letzten, ausführlichen Checks – ganz anders als in Wien-Schwechat. „Wir haben mit Quarantäne gerechnet. Aber nichts, Fehlanzeige. Es war wie in einer anderen Welt“, wundert sich der Melker immer noch. „Und das, obwohl zwei Stunden nach unserer Ankunft in Wien die Weltgesundheitsorganisation den globalen Notstand wegen des Virus ausrief.“

Homepage der Expedition: www.europegoessilkroad.eu