Gemeinsames Getränk erhitzt Gemüter in St. Leonhard. Nach dem virtuellen Frauenlauf kamen St. Leonharder noch kurz zusammen. FPÖ fordert Vize-Rücktritt, ÖVP sieht keinen Fehler.

Von Michael Bouda. Erstellt am 28. April 2021 (04:21)

„Laufen gegen Krebs“: 24 Teilnehmer zählte das St. Leonharder Gemeindeteam, bestehend aus Mitarbeitern von Bürgerservice, Bauhof und Kindergarten sowie Gemeinderatsmitgliedern, für den virtuellen Frauenlauf 2021.

Und alle Läufer oder Nordic Walker erreichten die Kilometer ihrer vorher gewählten Kategorie. Nach dem Erfolg, den jeder für sich verbuchte, wollte man aber draußen auch noch kurz zusammenstehen: Die St. Leonharder ÖVP-Vizebürgermeisterin Maria Gruber sponserte als Dankeschön für die rege Teilnahme am karitativen Lauf das „Zielgetränk“.

„Alles andere wäre blanker Hohn“

Darin sieht der freiheitliche Mandatar Richard Punz in Anbetracht der geltenden harten Corona-Maßnahmen eine Verfehlung und fordert Gruber zum Rücktritt auf.

FPÖ-Gemeinderat Richard Punz will drastische Schritte.
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„Dass eine Vizebürgermeisterin die Anwesenden zu einer Verwaltungsübertretung anstiftet und so noch weiter in den Schlamassel reinzieht, ist vor allem gegenüber den Mitarbeitern hochgradig unverantwortlich und eine Beschädigung des Amtes. Das kann nur den Rücktritt zur Folge haben, alles andere wäre blanker Hohn gegenüber der Bevölkerung“, erklärt Punz in einer Stellungnahme gegenüber der NÖN.

Gegen den Vorwurf, dass es sich um einen Skandal handeln würde, wehrt sich die St. Leonharder ÖVP vehement. „Zunächst einmal möchte ich das großartige Engagement der Bürger in unserer Heimatgemeinde hervorheben, die so zahlreich für einen guten Zweck, für Krebskranke, gelaufen sind“, sagt Klubsprecherin Gudrun Haas im Namen der St. Leonharder Volkspartei und betont: „Jetzt aus einem Zeichen der Wertschätzung – aus einem Dankeschön, in dem man jemandem etwas zu trinken gibt – einen politischen Skandal zu zimmern beziehungsweise andere Gemeindebürger deswegen zu vernadern, ist unpassend, unseriös, aber leider typisch FPÖ.“