Marbacherinnen auf Praktikum in Nepal. Medizinstudentin Kerstin Puchinger aus Marbach absolviert Praktikum in Nepal. Bevor es in Richtung Himalaya geht, sammelt sie mit Kollegen via Online-Portal Spenden.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 09. Februar 2019 (04:00)
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Sophia Wasserer und Kerstin Puchinger aus Marbach (v. l.) bereiten sich auf ihr Praktikum vor.

Mehr als elf Stunden wird Kerstin Puchinger am Samstag, 16. Februar, im Flugzeug sitzen. Gemeinsam mit vier Studienkollegen reist sie von München nach Kathmandu, in die Hauptstadt von Nepal. Dann geht es die nächsten sechs Stunden mit dem Bus weiter. Im Reisegepäck der Gruppe: unzählige Handschuhe, weiße Kittel und Spielsachen.

Ihr Interesse an der Medizin verschlug Puchinger, die ursprünglich aus der Marbacher Katastralgemeinde Auratsberg kommt, nach München. Im Zuge ihres Studiums muss die 22-Jährige ein medizinisches Praktikum absolvieren. Und da entschied sie sich für Meghauli, ein Dorf im Süden Nepals. Die Klinik befindet sich dort direkt neben dem Dschungel des Royal Chitwan National Park.

Neben Tiger und Elefant Menschen behandeln

„Ich will wissen, wie es ist, in so einem Land als Ärztin zu arbeiten“, erklärt Puchinger. „Die medizinische Versorgung für die Bevölkerung ist schließlich in keiner Weise mit unseren Standards vergleichbar.“ Das macht sich etwa schon bei der Diagnose bemerkbar. Gehören Röntgenaufnahmen, Computertomografien (CT) und Magnetresonanztomografien (MRT) zum Ärzte-Alltag in Europa, gibt es in der Klinik von Meghauli gerade einmal fünf Behandlungsräume.

„Dort werden die Menschen ambulant versorgt. Mehr Ressourcen vor Ort gibt es nicht“, erzählt Puchinger. Hat ein Patient eine schwerwiegende Erkrankung, geht es mit dem klinikeigenen Ambulanz-Jeep ins nächste staatliche Krankenhaus.

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Die Klinik befindet sich im Dorf Meghauli im Süden Nepals, direkt am Rande des Royal Chitwan National Parks.

Fünf Wochen verbringt die Marbacherin insgesamt in Nepal. Bevor sie und ihre Kollegen in den Flieger steigen, riefen sie online zur Spendenaktion auf (siehe www.clinicnepal.de). „Um rund 10.000 Euro konnte ein Ultraschallgerät finanziert werden“, strahlt die 22-Jährige. Die Spendenaktion läuft weiterhin – aber nicht nur, um medizinische Geräte kaufen zu können. Unter anderem werden Ziegen für die Dorfbewohner gekauft. „Besitzt man in Meghauli eine Ziege, schafft man es zumindest, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.“