Leo Widrich gründet Start-up in New York. Wieder eine neue Herausforderung: Leo Widrich gründet weiteres Unternehmen und unterstützt dabei Frauen in der Arbeitswelt.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 28. März 2017 (05:00)
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Leo Widrich startet mit einer neuen Idee in Amerika durch: Der Sohn des Melker VP-Bürgermeisters Thomas Widrich beendete Anfang des Jahres seine operative Funktion bei „Buffer“.

„Buffer“ – eine App für Management im Social Media Bereich – spielte sieben Jahre nach der Gründung 2010 einen Umsatz von mehr als zehn Millionen Dollar ein. Dennoch kehrte Widrich seinem Start-up den Rücken. Jedoch nicht, um in die Heimat Melk zurückzukehren.

„Ich bin weiß, ein Mann, heterosexuell und damit nie in der Minderheit. Gespräche haben mir die Augen geöffnet.“Leo Widrich, Jungunternehmer

Zu seinem Austritt ließ der junge Melker schon in seinem Blog in Zukunftspläne blicken (die NÖN berichtete.) Persönliche Erfahrungen in der Arbeitswelt inspirierten Widrich zu einer neuen Herausforderung: Das Start-up „Matter“ ist geboren.

„Matter“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Anliegen“. Genau diesen Namen wählte Widrich für sein neues Unternehmen, denn es ist für ihn eine Herzensangelegenheit: die Förderung der Diversität in der Tech-Branche – besonders für Frauen.

Widrich informiert: „Ich bin ein Mann, weiß und heterosexuell und damit niemals die Minderheit. Was das heißt, war mir nie bewusst, bis ich mit den Leuten geredet habe. Mit Frauen, die programmieren und die mir erklärt haben, dass das zwar meine, aber nicht ihre Realität ist. Das hat mir die Augen geöffnet.“

Besonders in der Technologie sind Frauen in der Unterzahl. Unterrepräsentierte Minderheiten sieht der Auswanderer als Problem in der Arbeitswelt. Da Widrich lange Zeit in San Francisco war, kennt er die Gegebenheiten in Amerika. Das Silicon Valley ist einer der bedeutendsten Standorte der IT-Industrie weltweit. Deshalb setzt er sich mit dem neuen Start-up das Ziel, die Tech-Industrie „diverser“ zu gestalten.

"Hoffen, in nächsten Wochen auf erste Kunden"

„Matter“ gründete der umtriebige Melker in der Stadt, die bekanntlich nie schläft: New York ist jetzt sein neuer Stützpunkt. Warum er gerade den Big Apple wählte, erklärt Widrich so: „Ich finde New York spannend. Vor allem in den USA werden oft Schwarze oder Menschen lateinamerikanischer Herkunft vernachlässigt. Frauen sind auch unterrepräsentiert. Wir analysieren das und finden heraus, warum das so ist: Bei Frauen liegt der Grund oft darin, dass meistens Karenzregelungen sehr schlecht sind.“

Widrich denkt, dass „Matter“ populärer wird als sein voriges Projekt. Momentan ist sein Start-up noch in den Kinderschuhen. In welche Richtung die Reise des Unternehmens gehen wird, ist Widrich klar: „Wir testen und entwickeln noch und hoffen, in den nächsten Wochen die ersten Kunden zu bekommen. Ich bin zuversichtlich.“