Frau in Ybbs erstochen: U-Haft verhängt. Zu einer Bluttat ist es am Mittwochabend in Ybbs im Bezirk Melk gekommen: Ein 50-jähriger österreichischer Staatsbürger erstach seine 42-jährige rumänische Ehefrau. Der 50 Jahre alte Ehemann des Opfers wurde festgenommen. Am Freitag wurde Untersuchungshaft verhängt.

Von Markus Glück, Tanja Horaczek-Gasnarek und APA, Redaktion. Update am 17. Januar 2020 (17:32)

Laut Polizeisprecher Johann Baumschlager wurde die Frau im Wohnhaus des Paares durch mehrere Messerstiche getötet. Der Beschuldigte, laut APA Österreicher mit rumänischen Wurzeln, wurde am Ort des Geschehens festgenommen. Ein Messer wurde sichergestellt. Der Beschuldigte war am Donnerstag nach stundenlanger Einvernahme geständig, gab Eifersucht als Motiv an.

Das Paar hat zwei Kinder im Alter von 16 und 18 Jahren. Beide waren zum Tatzeitpunkt zu Hause. Ein Sohn hat die Polizei Ybbs verständigt. Nach der Tat wurden die beiden Jugendlichen von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuz betreut.

Geschockt von der Bluttat zeigte sich auch SP-Bürgermeister Alois Schroll, der selbst nur rund 100 Meter Luftlinie vom Tatort entfernt wohnt: „Wir sind schockiert und es zeigt, dass so etwas überall passieren kann. Unsere Anteilnahme gilt den beiden Kindern, diese werden vonseiten der Stadtgemeinde sämtliche Unterstützung erfahren.“

Update Freitag, 15:00 Uhr: Beschuldigter in U-Haft

Über den 50-Jährigen ist am Freitag die Untersuchungshaft verhängt worden. Befristet ist diese nach Angaben von Staatsanwaltschafts-Sprecher Leopold Bien bis 31. Jänner. Dem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge erlitt das Opfer zahlreiche Stichverletzungen. Verteidigerin Astrid Wagner sprach indes von Totschlag.

Laut Autopsie wurde die 42-Jährige im "Oberkörper- und Halsbereich" verletzt. Angekündigt wurde seitens der Anklagebehörde die Anordnung eines psychiatrischen Gutachtens zum 50-jährigen Verdächtigen. Eine solche Expertise sei "im Sinne einer umfassenden Aufklärung" auch in dieser Causa notwendig, hielt Bien fest.

Wagner, die den 50-Jährigen gemeinsam mit Florian Höllwarth vertritt, sprach hinsichtlich der Handlungen ihres Mandanten ebenfalls von einer Eifersuchts-Tat und hielt fest, "dass alles auf Totschlag" hindeute. Nach mehreren Aussagen der 42-Jährigen habe der Beschuldigte rot gesehen: "Dadurch ist es zu dieser Affekt-Explosion gekommen", sagte die Juristin zur APA.

Die Kinder des Paares - ein Sohn (16) und eine Tochter (18) - befanden sich am Freitag weiter bei Verwandten. Dies könne durchaus auch so bleiben, hieß es aus dem Büro der zuständigen niederösterreichischen Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Liege keine Beeinträchtigung des Kindeswohls vor, sei die Kinder- und Jugendhilfe "per Gesetz nicht verpflichtet, weitere Maßnahmen zu treffen", hielt ein Sprecher fest.

Gewalt gegen Frauen: Hier erhalten Betroffene Hilfe

  • NÖ Frauentelefon
    Tel.: 0800 800 810
  • Frauenhelpline gegen Gewalt
    Tel.:  0800-222 555, www.frauenhelpline.at
  • Gewaltschutzzentren NÖ:
    St. Pölten, Tel.: 02742/319 66
    Wiener Neustadt, Tel.: 02622 / 243 00
    Zwettl, Tel.: 02822 / 530 03
    Amstetten, Tel.: 02742 / 319 66
    Email: office.st.poelten@gewaltschutzzentrum-noe.at
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  • NÖ Frauenhäuser:
    Verein Frauenhaus Amstetten, Tel.: 07472/66500
    Frauenhaus Mistelbach, Tel.: 02572 / 5088
    Sozialhilfezentrum Mödling, Tel.: 02236 / 465 49
    Frauenhaus Neunkirchen, Tel.: 02635 / 68971
    Frauenhaus Wr. Neustadt, Tel.: 02622 / 880 66
    Frauenhaus St. Pölten, Tel.: 02742 / 36 6514