Stefan Langmann: Wie ein Marbacher Koch die Welt entdeckt

Erstellt am 21. Januar 2022 | 06:11
Lesezeit: 4 Min
Der Marbacher Stefan Langmann entdeckte nach seiner Ausbildung als Koch die Welt – und fand in Portugal seine neue Heimat.
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Mütter haben eben immer recht. Als Stefan Langmann das Ybbser Poly absolvierte, riet sie ihm, in die Gastronomie zu gehen. „Sie sagte: ‚Bua, lern das. Dann kannst du dir die Welt anschauen‘“, erinnert sich der 41-Jährige, geboren in Amstetten, aufgewachsen in Marbach, zurück. Und genauso war es.

Langmann ist ein Koch mit vielen Flugmeilen. Bevor es ihn aber rund um den Globus verschlug, absolvierte er seine Lehre im Hotel Schachner in Maria Taferl. „Ich wollte erst nicht in die Küche“, schmunzelt Langmann. „Doch da war ich viel besser aufgehoben als im Service.“ Im Laufe der Lehrjahre stieg sein Interesse für den Beruf. Nach dem Grundwehrdienst – den er hauptsächlich am Herd der Heeresküche verbrachte – arbeitete er zum ersten Mal im Ausland.

„Ich wollte unbedingt ins Hotel Residenz Heinz Winkler in Bayern. Er war damals einer der besten Köche Deutschlands“, erzählt er. Gesagt, getan – lange blieb er dort allerdings nicht. Langmann kochte in vielen Küchen der Welt – und unter vielen bekannten Küchen-Großmeistern. „Ich bin dann nach Wien gegangen, in den Altwienerhof zu Rudi Kellner. Darauf folgte ein beruflicher Aufenthalt in Zell am See unter Jörg Wörther“, berichtet er. Anfang 2003, mit viel Erfahrung im Gepäck, ging es für den Marbacher das erste Mal nach Portugal.

„Ich war wie ein Schwamm, sog alles in mich auf“

„Ich wollte damals unbedingt wieder ins Ausland – und am liebsten ans Wasser. Ich war ja die Donau zu Hause gewohnt“, lacht er. Zum ersten Mal setzte er also vor fast 20 Jahren einen Fuß in die Vila Joya an der portugiesischen Algarve. Ein Boutiquehotel, das damals schon europaweit bekannt war. „Ich bin extra nach Portugal gegangen, um in diesem Betrieb zu arbeiten“, erzählt der Sternekoch. Und: einmal Vila Joya, immer Vila Joya. In der Sommersaison sollte Langmann immer wieder an der Algarve arbeiten, Strand und Meer direkt vor der Hoteltür. In der Winterpause der Vila sammelte der 41-Jährige weiter Erfahrungen: in Südafrika, in Spanien, in Salzburg. In Wien kochte er mit Jörg Wörther bei Toni Mörwald, in Vorarlberg mit Paul Ivic, in Deutschland war er bei der Eröffnung des Clubrestaurants der BMW-Welt dabei. Auch weitere Ecken Portugals, Cascais, Sintra und Lissabon, entdeckte und bekochte er. „Ich war wie ein Schwamm, sog alles in mich auf. Das waren spannende Jahre“, lässt Langmann die Zeit Revue passieren. Vor sieben Jahren wurde der Nomade in der Kochjacke schließlich sesshaft.

„Ich wurde gefragt, ob ich Küchenchef in der Vila Joya werden möchte. Da hab‘ ich zugesagt: Man wird schließlich irgendwann ruhiger“, sagt er. Langmann hat heute einen Sohn mit seiner Freundin, die Familie will bald in ein Haus im Süden Portugals übersiedeln.

Normalerweise verbringt der Sternekoch die Weihnachtsfeiertage in seiner Heimat Marbach, Corona machte ihm da zuletzt aber einen Strich durch die Rechnung. Apropos Corona: In Portugal waren die Auswirkungen der Krise natürlich auch spürbar, jetzt will Langmann „seine Brigade aber wieder aufstocken“. „Der Tourismus kommt wieder in die Gänge, Portugal erlebt zudem in den vergangenen Jahren einen Tourismus-Boom. Lissabon ist das neue Barcelona“, meint Langmann. Gäste zu bekochen, das mache ihm bis heute Freude. Trotz stressigen Zeiten: „Ich würde sagen, es ist eine Hassliebe – aber die schönen Momente überwiegen eindeutig die negativen!“

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