Die Sache mit dem Schalter im Kopf. NÖN-Mitarbeiterin Denise Schweiger begleitete Rotes Kreuz für einen Zwölf-Stunden-Dienst – und war bei einem Einsatz dabei.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 27. März 2018 (05:00)
Denise Schweiger

Um sechs Uhr in der Früh schläft die Stadt Melk zum Großteil noch, im Rotkreuz-Haus beginnt um diese Zeit der Zwölf-Stunden-Dienst. An diesem Tag auch für die NÖN: Für eine Reportage über den Sozialdienst in der roten Jacke schlüpfte ich selbst in eine.

Maximilian Hanke/ Rotes Kreuz Melk
Alexandra Gessner, Michael Königsmaier und Daniel Fischer (v. l.) gaben Einblick in die Ausrüstung eines Rotkreuz-Fahrzeuges.

Beim Melker Roten Kreuz beginnt jeder Tag gleich: erst Fahrzeugkontrolle, dann Frühstück. „Da der Pager jederzeit läuten kann, ist der Check besonders wichtig“, weiß Michael Königsmaier, Rotkreuz-Mitglied seit fast zehn Jahren. Damit hatte er recht: Kaum mit der Kontrolle angefangen, schrillt das kleine Ding. Und schon beginnt mein Herz schneller zu schlagen.

Auch wenn ich nur als Pressevertreter den Einsatz begleiten darf – ich bin angespannt. Bei meinen Teamkollegen ist dagegen gar keine Spur von Nervosität zu bemerken. Das ist er wohl, dieser berühmt-berüchtigte Schalter im Kopf. Pager läutet, Schalter fällt, man funktioniert.

Mit 150 Kilometern pro Stunde nach Grimsing

Maximilian Hanke/ Rotes Kreuz Melk
Auch bei zwei Übungen durfte die NÖN dabei sein: Einmal wurde eine Person mit Herzinfarkt versorgt, beim zweiten Einsatz half das Rotkreuz-Team einem verunglückten Radfahrer.

Mit knapp 150 Kilometern pro Stunde fahren wir zum Einsatz in Grimsing: Eine Dame kämpft mit Atemproblemen. Dort angekommen, löst sich die Spannung: Der Frau geht es so weit gut, wir bringen sie ins Krankenhaus. Nach dem Einsatz bleibt erstmals Zeit für eine Vorstellungsrunde.

Königsmaier ist beruflich beim Roten Kreuz, neben ihm sitzen zwei Freiwillige – Daniel Fischer und Isabella Bakhschi. Und da wäre noch Alexandra Gessner: Die Absolventin des Stiftsgymnasiums sammelt Erfahrung im Zuge eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Was sie alle gemeinsam haben? Sie stießen zufällig auf das Rote Kreuz – und entschieden sich, zu bleiben. Alle vier verbindet die Liebe zur Arbeit mit den Menschen.

Am Nachmittag stehen noch zwei Übungen an. Einmal braucht ein Herzinfarkt-Patient Hilfe, im zweiten Szenario zieht sich ein Radfahrer bei einem Sturz Verletzungen zu. Angst vor der Verantwortung oder etwas falsch zu machen, hat keiner im Team. „Wir werden gut ausgebildet“, erzählt Fischer, „und das Team gibt einem Sicherheit.“

Maximilian Hanke/ Rotes Kreuz Melk
Beim gemeinsamen Frühstück standen Rotkreuz-Mitglieder der NÖN Rede und Antwort: Alexandra Gessner, Samuel Stelzer, NÖN-Mitarbeiterin Denise Schweiger, Isabella Bakhshi, Daniel Fischer und Michael Königsmaier (v. l.).

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