Angezogene Bremse für Flutschutz-Projekt. Finanzierungsfrage ist wegen Regierungschaos offen – das verzögert den Bau des Schutzes in Schallemmersdorf.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 04. Juni 2019 (05:01)
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In Schallemmersdorf heißt es weiter warten auf den Hochwasserschutz.

Als letzter Ortsteil Emmersdorfs warten die Einwohner der Katastralgemeinde Schallemmersdorf auf den Hochwasserschutz entlang der Donau. Wie es aussieht, müssen sie sich noch etwas länger gedulden. Der Startschuss rund um die Arbeiten des Projekts verzögert sich. Wie lange, ist derzeit noch nicht bekannt.

Der Grund für die Verzögerung ist die Finanzierung. Bei der Projekterstellung 2015 wurde das Vorhaben auf sieben Millionen Euro geschätzt. Mit den Jahren steigerten sich die Kosten – jetzt sind rund neun Millionen Euro im Gespräch. Konkret trennen die Katastralgemeinde 650.000 Euro vom Katastrophenschutz. „Um Kosten zu sparen, gab es Finanzierungsgespräche.

Die übrig gebliebene Summe, die es noch zu stemmen gilt, sollte eigentlich im Sinne der Drittelfinanzierung der Bund übernehmen“, informiert VP-Bürgermeister Josef Kronsteiner. Doch vonseiten des Bundes beruft man sich auf die Vereinbarung im Vertrag, man müsse für die besagten Mehrkosten nicht aufkommen. Und das zieht weitere Gespräche nach sich. „Schwierig, angesichts der derzeitigen Lage der Regierung. Da die Finanzierungsfrage offen ist, dauert es jetzt, bis wir wissen, wie es weitergeht“, erläutert Kronsteiner.

Bürger zweifeln im Netz an Umsetzung

Auf NÖN-Anfrage betont Dietmar Pichler, Abteilungsleiter-Stellvertreter des zuständigen Amtes des Landes NÖ, dass die Evaluierung rund um die Kosten bereits läuft: „Spätestens bis Ende des Sommers sollten genauere Zahlen vorliegen. Eine Verzögerung ist nur in einem geringen Ausmaß denkbar.“ Indes herrscht in Schallemmersdorf aber bereits dicke Luft.

Bislang gab es noch keine offizielle Information vonseiten der Gemeinde über die derzeitige Situation um den Flutschutz. VP-Gemeinderat Karl Kerschbaumer postete zwar eine kurze Stellungnahme, doch im Netz kommen erste Zweifel auf, ob das Projekt überhaupt umgesetzt wird. „Wir sind dann die einzige Katastralgemeinde zwischen Ybbs und Krems, die keinen Schutz hat“, schreibt ein Schallemmersdorfer. „Der Hochwasserschutz kommt auf jeden Fall“, versichert der Bürgermeister, „aber es kommt zur Verzögerung. Die wollen wir natürlich so kurz wie möglich halten.“