Leiben , Zelking-Matzleinsdorf , Emmersdorf an der Donau

Erstellt am 16. Oktober 2018, 05:01

von Denise Schweiger

„Causa Jungbunzlauer“: Gemeinde lehnt sich auf. Gemeinderat beschloss Resolution gegen Flächenwidmung in Leiben und Zelking-Matzleinsdorf für Errichtung des geplanten Zitronensäurewerks von Jungbunzlauer.

Grünen-Gemeinderat Helmut Wallner brachte den Antrag ein.  |  privat, Gleiß

Ein Sprichwort besagt: Aller guten Dinge sind drei. Im Falle von Emmersdorfs Grünen-Gemeinderat Helmut Wallners Dringlichkeitsantrag hat sich dieser Spruch bewahrheitet:

Resolution an betroffenen Gemeinde: Zelking-Matzleinsdorfs VP-Ortschef Gerhard Bürg.  |  privat, Gleiß

Dreimal haben die Emmersdorfer Mandatare bei der vergangenen Gemeinderatssitzung darüber abgestimmt, ob sie eine Resolution gegen das geplante Zitronensäurewerk in Bergern (Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf) einbringen.

„Bei der ersten Abstimmung mit Handzeichen fiel die Wahl negativ aus, dann diskutierten wir weiter und wiederholten auf Wunsch eines Gemeinderates das Votum“, erläutert Wallner. Dieses fiel unentschieden aus.

Danach griffen die Gemeinderäte zu den Kuverts: Es folgte eine anonyme Abstimmung. „Und mit der war es dann beschlossen. Emmersdorf hat sich gegen die Flächenwidmung ausgesprochen“, betont der Grünen-Gemeinderat.

Die Flächenwidmung ist noch Thema in Leiben: SP-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz.  |  privat, Gleiß

Hauptargument für die Mandatare (elf VP, vier SP und vier Grüne) war die Sorge um den Tourismus. Sie fürchten negative Auswirkungen, wenn das Werk im etwa zehn Kilometer entfernten Bergern errichtet wird. „Im Umweltbericht fehlen die Untersuchungen betreffend die Geruchsemissionen. Dort, wo es stinkt, fährt niemand hin. Da bei uns vorwiegend der Ostwind weht, ist das ein ernst zu nehmendes Argument“, führt Wallner aus.

In der Resolution werden die betroffenen Bürgermeister, Gerhard Bürg (VP, Zelking-Matzleinsdorf) und Gerlinde Schwarz (SP, Leiben) aufgefordert, die Flächen nicht umzuwidmen, bevor die Geruchsbelastung untersucht wurde.

„Beschluss wird Bau nicht verhindern“

VP-Ortschef Josef Kronsteiner betont: In der Causa ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.  |  privat, Gleiß

Für den Grünen-Gemeinderat und die Projektgegner „Ritter der Au“ ist dieser Beschluss jedenfalls ein Etappensieg. Emmersdorfs VP-Bürgermeister Josef Kronsteiner hingegen zeigt sich darüber nicht gerade euphorisch, dass Emmersdorf sich als erste Gemeinde gegen den Werksbau positioniert.

Noch dazu als Kommune mit VP-Mehrheit. Hat sich doch VP-Landtagspräsident Karl Wilfing auf Facebook als „pro Jungbunzlauer“ geoutet. „Das ist eine demokratische Entscheidung, die man akzeptieren muss. Unser Beschluss wird den Werksbau nicht verhindern können, das entscheiden andere Stellen“, kommentiert Kronsteiner das Votum.

Stellungnahmen zur Flächenwidmung und dem Projekt können Interessierte noch bei den Gemeindeämtern Zelking-Matzleinsdorf und Leiben abgeben.