Georg Ertl: „Bin nicht der Typ für Schmutzwäsche“. Der frisch gebackene VP-Vize Georg Ertl über die „Causa Hochratner“, die verstimmte Opposition und die Zukunft Emmersdorfs.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 10. September 2019 (04:54)
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Georg Ertl

Beim zweiten Anlauf hat es nun geklappt. Während die Opposition (Grüne und SPÖ) die erste Vize-Wahl aufgrund vieler Fragezeichen um den unliebsamen Rauswurf von Richard Hochratner (ÖVP) sprengte, setzte sich Georg Ertl mit zehn zu acht Stimmen gegen den zweiten Kandidaten Helmut Wallner (Grüne) durch.

NÖN: Emmersdorf hat wieder einen Vizebürgermeister. Beruhigt sich die politische Situation denn nun wieder?

Georg Ertl: Ja, jetzt kehrt mit Sicherheit wieder Ruhe ein. Das zeigen mir auch die vielen, positiven Rückmeldungen zu meiner Wahl aus der Bevölkerung, VP-intern ziehen wir alle an einem Strang, nur im Miteinander bringen wir für die Gemeinde etwas weiter. Streiten kostet Energie – und die stecke ich lieber in Projekte für Emmersdorf.

Im Nachhinein betrachtet: War es richtig, Hochratner in dieser Art rauszuwerfen? Die Gemeinderatswahl rückt näher, man hätte das auch eleganter und mit weit weniger Medientrubel lösen können.

Ertl: Es hat Differenzen gegeben, für die wir innerhalb der ÖVP einstimmig eine Lösung gefunden haben. Das war wie mit einer Ehe, die nicht mehr funktioniert. Man musste den Schlussstrich ziehen.

Hatten Sie seitdem schon Kontakt mit Richard Hochratner?

Ertl: Nein. Ich hab‘ ihn die letzten Wochen nicht gesehen.

Wie will man zukünftig mit Hochratner zusammenarbeiten? Er ist in keinem Ausschuss mehr tätig, nur mehr ein einfacher VP-Gemeinderat.

Ertl: Von uns hat ihn bis jetzt niemand erreichen können. Es gab also noch keine Gespräche.

Die Wahl fiel mit zehn zu acht Stimmen knapp für Sie aus. Es ist naheliegend, dass die acht Gegenstimmen von den acht anwesenden Oppositionspolitikern stammten. Wie gehen Sie damit um?

Ertl: Das war parteipolitisch, sonst nichts. Wir haben nach der Wahl gemeinsam gefeiert. Wir arbeiten gut zusammen. In den vergangenen Jahren gingen auch viele Beschlüsse einstimmig über die Bühne.

Zurück zu der schon angesprochenen Gemeinderatswahl. Kann man mit dem Duo Josef Kronsteiner und Georg Ertl auf den Wahlplakaten rechnen?

Ertl: Wie die Wahlplakate aussehen, kann ich momentan noch nicht sagen (lacht). Ich stelle mich auf jeden Fall der Wahl und einem fairen Wahlkampf. Ich bin nicht der Typ für Schmutzwäsche, sondern setze auf Taten.

Welchen Projekten wollen Sie sich widmen?

Ertl: Ich bin Schallemmersdorfer, daher freut es mich besonders, dass dort demnächst die Arbeiten für den Hochwasserschutz beginnen. Die letzten fünf Jahre war ich für den Tourismus zuständig. Auf unsere hochklassige Gastro-Szene bin ich stolz, in Sachen Tourismus gilt es für Emmersdorf, weiter dran zu bleiben.