Sieben Corona-Fälle nach Tauffeier. Corona-Ausbruch nach privater Tauffeier. Vater und Familienmitglieder sind positiv auf Corona getestet, Pfarrer Marek Duda ist unter Quarantäne.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:17)
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Es war eine schöne Feier – allerdings mit bitterem Nachgeschmack. Was von der Taufe der kleinen Tochter von Franz-Josef Pichler, VP-Gemeinderat und Gastronom, bleibt? Fotos und Erinnerungen. Und ein Corona-Cluster im Familien- und Freundeskreis.

„Keine Ahnung, wer der Patient 0 war“, lässt Pichler die Tauffeier Revue passieren. Aktuell zählt die Marktgemeinde Emmersdorf sieben Coronafälle (Stand bis zum Redaktionsschluss Dienstagfrüh). Einer davon ist Pichler selbst. Alle weiteren positiven Covid-Testungen sind ebenso auf die Taufe und die anschließenden Feierlichkeiten vor eineinhalb Wochen zurückzuführen.

„Glücklicherweise geht‘s uns allen gut. Wir haben leichte Symptome und haben uns natürlich gemäß den Schutzmaßnahmen verhalten“, berichtet Pichler gegenüber der NÖN.

Dass es zu einer Corona-Clusterbildung kam, weiß man aufgrund der freiwilligen Covid-Testungen in der Wachauer Hotellerie. Der Test erfolgte unmittelbar nach der privaten Feier. „Alle Familienmitglieder sowie Mitarbeiter, die betroffen sind, haben sich in Quarantäne begeben“, erläutert Pichler. Die Gäste, mit denen die Personen mit Corona-Infektion in Kontakt waren, wurden zudem identifiziert und informiert.

Die Betriebe der Pichlers laufen weiter, laut dem Gastronomen seien nach dem Vorfall alle Mitarbeiter getestet worden. „Es besteht keine Gefahr, dass sich jemand bei uns mit Corona anstecken könnte“, versichert Pichler. Die Tauffeier hat aber nicht nur Konsequenzen für die Familie und ihre Gastronomie-Betriebe, sondern auch für die gesamte Gemeinde.

Da der VP-Mandatar auch Kontakt mit drei Gemeindebediensteten hatte, stehen die Emmersdorfer vorerst vor verschlossenen Türen, wenn sie das Gemeindeamt aufsuchen wollen. „Ab heute haben wir bis 3. August geschlossen. Alles wird telefonisch erledigt, das Standesamt wurde notgedrungen nach Klein-Pöchlarn ausgelagert“, berichtet Bürgermeister Richard Hochratner (BNE).

Bis Anfang August unter Quarantäne befindet sich auch der Emmersdorfer Pfarrer Marek Duda, er wurde allerdings bereits negativ getestet. Er war, anders als die positiv getestete Mesnerin, nicht bei der anschließenden Tauffeier der Familie. Die Mesnerin steht aktuell unter Quarantäne, aufgrund der Urlaubszeit kann ein weiterer Kontakt mit Pfarrmitarbeitern ausgeschlossen werden.

„Ansteckungen nicht

in der Kirche passiert“

Vonseiten der Diözese wird betont, dass alle gültigen Corona-Rahmenordnungen der katholischen Kirche eingehalten wurden, die Ansteckungen nicht in der Kirche passiert sind. „Die Taufe wurde im Familienkreis gefeiert und die Abstände eingehalten. Bei der Taufspendung gab es keinen Kontakt mit dem Täufling“, erklärt Katharina Brandner, Pressesprecherin der Diözese St. Pölten. Am Tag nach der Taufe war die Kirche aufgrund baulicher Maßnahmen – es wurde eine Begasung aufgrund Holzwurmbefalles durchgeführt – gesperrt. Dadurch kann auch sichergestellt werden, dass es keine Virenbelastung vor Ort für andere Besucher gab. „Die Begasung und die umfangreiche Desinfektion aller Oberflächen in der Kapelle stellen sicher, dass vom Kirchenraum kein Corona-Risiko ausgeht“, betont Brandner.

Aufgrund der aktuellen Quarantäne von Duda wird die kommenden Gottesdienste ein Melker Pater sowie der Dechant die Messfeiern zelebrieren. Wie bisher auch werden weiterhin die Sitzplätze in der Pfarrkirche gekennzeichnet, um die Abstände sicherzustellen.