Strom-Ausfall: Ofen wäre fast explodiert. Nach dem Wechsel seines Stromanbieters kappte die EVN Hermann Kremser vom Netz. Sein Ofen wäre dabei fast explodiert.

Von Anna Faltner. Erstellt am 19. Dezember 2017 (05:00)
privat

Gegen Jahresende macht sich Hermann Kremser immer auf die Suche nach dem günstigsten Stromanbieter. Via „E-Control“ schloss er am 23. Oktober einen Vertrag mit „Enstroga“ ab.

Für gewöhnlich geht der Wechsel reibungslos über die Bühne. Dieses Mal aber nicht – denn seit 10. Dezember ist Familie Kremser stromlos.

Die EVN meldete sich am 16. November bei ihm: Er hätte keinen Abnahmevertrag für die Einspeisung abgeschlossen und müsse das, weil er eine Photovoltaikanlage besitzt, bis zum 30. November nachholen. Sonst würde man ab 1. Dezember das Stromnetz abschalten.

Dieses Prozedere war für den Emmersdorfer neu. „Deswegen konnte ich den Zeitpunkt auch nicht einhalten.“ Die Firma „Enstroga“ empfahl ihm, einen Vertrag mit der Firma ÖMAG zu machen. Den Antrag reichte er am 5. Dezember ein und dachte, damit sei alles erledigt.

„Um punkt zwölf Uhr mittags war der Strom weg. Zum Glück war ich zu Hause. Nur eine Stunde später und der Ofen wäre explodiert.“Hermann Kremser, Emmersdorf

Fünf Tage später machte die EVN aber ihre Drohung wahr und drehte den Strom ab. „Um punkt zwölf Uhr mittags. Zum Glück war ich zu Hause. Nur eine Stunde später und der Ofen wäre explodiert“, ist Kremser fassungslos.

Er heizt mit Koks, die Pumpen waren überhitzt und der hohe Druck des Wasserdampfes hätte zu einer Explosion führen können. Deswegen hat er auf sein Notstromaggregat zurückgegriffen, das täglich von 6.30 bis 21.30 Uhr in Betrieb ist. „Die Nachbarn sind natürlich schon genervt.

Sogar unser Bürgermeister hat schon gefragt, was bei uns los ist, weil es so laut ist“, berichtet der Hobby-Techniker. Das Aggregat versorgt momentan die wichtigsten Räume und Geräte im Haus. Auf Internet sowie die Arbeit in seinem Fotostudio muss er vorerst verzichten.

EVN-Pressesprecher: "Haben alles versucht"

„Die EVN ist ein Quertreiber. Wahrscheinlich hat es sie gestört, dass ich immer so gute Rabatte verhandelt habe“, meint er. Sein Rechtsanwalt Gerhard Taufner hat noch am Freitag eine Besitzstörungsklage eingereicht. „Es ist unvorstellbar, dass der Strom einfach abgedreht wird. Ohne Rücksicht auf Verluste“, ist er entsetzt.

Laut EVN-Pressesprecher Stefan Zach sieht die Lage etwas anders aus: „Wir haben wirklich alles versucht, damit es zu keiner Abschaltung kommt.“ Trotz schriftlicher Aufforderung, Fristverlängerung und mehrfacher Beratungen hätte Kremser keinen Energielieferanten genannt. „Durch die angekündigte Abschaltung haben seine Geräte auch sicher keinen Schaden erlitten“, meint Zach.

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