„Eintrittsgeld“ für Wachau: Ist da doch was dran?. Emmersdorf behandelte Welterbegebühr im Gemeinderat. Nach Dementi legt Ortschef Schreiben aus der Wachau vor: „Hatten Auftrag, das zu besprechen.“

Von Denise Schweiger. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:57)
Richard Hochratner ist BNE-Bürgermeister der Gemeinde Emmersdorf.
Archiv, Matejschek

Ob der Haussegen in der Wachau vergangene Woche etwas schief hing? Die Verwirrung war jedenfalls groß.

Kurz zur Vorgeschichte: Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Emmersdorfs debattierten die Mandatare über eine angeblich geplante Welterbegebühr. Einstimmig sprachen sie sich aus, diese Abgabe für „Schiffstouristen, die die Wachau betreten“, zu unterstützten. Wie hoch die Gebühr sein wird und wann sie kommen soll, sei noch offen, hieß es bei der Sitzung. Kein Wunder, geht es nach Andreas Nunzer, dem Vorsitzenden der Welterbegemeinden Wachau und dem Land Niederösterreich. Auf Anfrage kam die Info, dass so eine Art von Gebühr „nicht geplant sei“ (die NÖN berichtete). Diese Antwort sorgte allerdings wiederum für Verwunderung in Emmersdorf.

Andreas Nunzer ist der Vorsitzende der Welterbegemeinden Wachau und VP-Ortschef in Spitz.
Archiv, Matejschek

„Wir hatten doch den Auftrag, dieses Thema zu besprechen“, meint BNE-Bürgermeister Richard Hochratner und verweist auf ein Schreiben von Nunzer, welches Mitte August an die Bürgermeister von Melk, Emmersdorf, Schönbühel-Aggsbach, Spitz, Weißenkirchen, Dürnstein und Krems ging. Dieses Schreiben liegt auch der NÖN vor. Und darin wird‘s betreffend Welterbegebühr doch ziemlich konkret.

Auf Basis einer Besprechung der Landesregierung bat Nunzer die Wachau-Ortschefs mit Schiffsstationen in ihrer Gemeinde um die Beantwortung eines Fragenkatalogs, etwa ob es einen Verkaufsstand „für den Verkauf von Tickets“ dort gäbe. „Wir haben das per Post bekommen und behandelt. Wir sind eine offene Gemeinde und lassen keine Arbeit liegen“, betont Hochratner.

Auf das Schreiben angesprochen argumentiert Nunzer, dass es sich bei der Abgabe um „eine Idee, aber nicht um ein Thema für den Gemeinderat“ handle. „In unserer Bürgermeisterrunde werden viele Ideen besprochen. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese auch umgesetzt werden“, verweist er auf „Wachau-Interna“.