Krummnußbaum zieht sich aus Güterzugs-Resolution zurück. Krummnußbaum entschied sich, Resolution gegen Güterzüge doch nicht zu unterstützen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:13)
Weingartner
Symbolbild

Die Gemeinden entlang der Westbahn haben die lärmenden Güterzüge, die über die „alte“ Trasse donnern, endgültig satt. Da Gespräche mit den ÖBB bislang nicht den gewünschten Effekt mit sich brachten, entschlossen sich die Bürgermeister von Loosdorf, Melk, Pöchlarn, Krummnußbaum und Ybbs dazu, eine Resolution ins Leben zu rufen.

Zumindest war das bis dato der Stand der Dinge. Der Krummnußbaumer Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Resolution doch nicht zu unterstützen. „Wir sind nicht dagegen“, möchte VP-Bürgermeister Bernhard Kerndler betonen, „aber wir fürchten um unsere Haltestelle.“ Der Lärm sei zwar sehr wohl ein Thema in der Gemeinde, doch der langwierige Kampf um den Erhalt ihres Bahnhofs auf der „alten“ Westbahnstrecke stecke noch zu sehr in den Knochen.

Kurzum: Die Krummnußbaumer rechnen mit Konsequenzen seitens der ÖBB, wenn sie die Resolution unterzeichnen. Ein Gemeinderatsbeschluss gegen die lärmgeplagten Bürger sei das aber laut Kerndler nicht: „Die Haltestelle ist wichtig für uns. Wir sind gebrannte Kinder.“

Verständnis hält sich in Grenzen

Dass man mit Krummnußbaum nun einen Ausreißer im Kampf gegen die veralteten Güterzug-Garnituren hat, kann von den weiteren Bürgermeistern nur Melks VP-Oberhaupt Patrick Strobl nachvollziehen. „Wenn es Bedenken bezüglich ihrer Haltestelle gibt, ist das ein legitimer Grund.“

Mit Kritik sparen hingegen die beiden Mit-Initiatoren nicht. Loosdorfs SP-Bürgermeister Thomas Vasku: „Eigentlich hätten sie sich bei allen Treffen dafür ausgesprochen. Wenn sie aber nun gegen die Resolution sind, sind sie eben dagegen. Wir kämpfen weiter, ich stehe zu meinem Wort.“ Auch Melks Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer wusste nichts vom Ausstieg Krummnußbaums. „Das überrascht mich. Der Sinn hinter der Resolution war, gemeinsam aufzutreten. Ob ihre Bedenken gerechtfertigt sind, kann ich nicht sagen.“

ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif allerdings schon. Und er dementiert mögliche Konsequenzen: „Die Befürchtungen sind unbegründet, da das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Ob eine Haltestelle bestehen bleibt oder nicht, hängt einzig von ihrer Sinnhaftigkeit, sprich der Frequenz, ab.“

Bis auf Golling hatten nun alle Westbahn-Gemeinden die Resolution auf der Tagesordnung. Unterstützung dafür gibt es also bislang von Schollach, Loosdorf, Melk, Pöchlarn und Ybbs. „Ende Juni unterschreiben wir die Resolution und suchen das Gespräch mit dem zuständigen Landesrat Schleritzko und der Landeshauptfrau“, erläutert Vasku den weiteren Verlauf.