Artstetten-Pöbring: Ein Kanal, viel Ärger. Regelmäßig soll das Haus von Otto Pils aus Artstetten-Pöbring geflutet werden. Kanalverlegung würde laut Gemeinde unterliegende Ortsteile gefährden.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 30. Juli 2021 (06:55)
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Immer wieder soll Otto Pils‘ Zuhause geflutet werden – Schuld daran sei ein zu hoch gelegener Kanalabfluss.
privat

Otto Pils reicht‘s. Als vor zwei Wochen die Unwetter über den Bezirk Melk hereinbrachen, wurde auch sein Zuhause in Artstetten-Pöbring geflutet. Wieder einmal. Denn wie er gegenüber der NÖN berichtet, steht er seit Jahren aufgrund eines zu klein dimensionierten Kanals regelmäßig unter Wasser.

„Sobald es stärker regnet, warten wir nur darauf, geflutet zu werden“ Otto Pils

„Ich bekomme von der ganzen Siedlung das Wasser ab, weil zu meinem Haus hin die Straße abfällt. Und beim Kanalabfluss rinnt das Wasser immer nur vorbei, weil der Kanal einfach zu hoch ist. Sobald es stärker regnet, warten wir nur darauf, geflutet zu werden“, erläutert er.

Pils habe bereits mehrmals die Gemeinde von seiner Situation in Kenntnis gesetzt. Doch geschehen sei bis dato nichts: „Nach 2016 wurde mir ein zweiter Kanalabfluss zugesichert, damit das Wasser von zumindest einer Seite unterirdisch verläuft, aber die Gemeinde ließ es im wahrsten Sinne des Wortes im Sand verlaufen. Die Opposition setzt sich seit Jahren für uns ein, aber leider ohne Erfolg“, seufzt er.

„Der Gemeinde sind leider die Hände gebunden.“ Karl Höfer

Ortschef Karl Höfer kennt die unbefriedigende Situation von Pils und drückt darüber auch sein Bedauern aus. „Der Gemeinde sind leider die Hände gebunden. Würden wir den Kanal verlegen, würden wir die unteren Ortsteile gefährden“, meint Höfer. Um langfristig eine Lösung zu finden, müsste laut Höfer das Ortsnetz neu geplant und gebaut werden. Zuletzt gab es auch eine Besprechung mit den Feuerwehren. Künftig sollen Sandsäcke für die Liegenschaft bei Notfällen vorbereitet werden.

Pils werde jedenfalls nun das Vermessungsamt kontaktieren. „Ich werde den Höhenunterschied zu den anderen Kanalabflüssen, die sich rund 100 Meter links und rechts von mir befinden, vermessen lassen.“