Öffentliche WC-Anlage statt Kuschelecke. Toiletten sollen nun doch nicht hinter der Kirche, sondern im Gemeindehaus Kirchenplatz 3 entstehen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 06. April 2018 (05:00)
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Der ursprüngliche Plan, die WC-Anlage hinter der Kirche zu erbauen, wurde aus Kostengründen verworfen. Die öffentlichen Toiletten werden jetzt in das Gemeindehaus ziehen – und das FF-Depot soll abgerissen werden.
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Seit Langem wünscht sich VP-Ortschef Franz Engelmaier eine öffentliche WC-Anlage in der Gemeinde. Das Vorhaben gestaltet sich aber nicht so einfach: Erst gab es einen Disput mit dem Pfarrgemeinderat, weil die Toilette auf Kirchengrund entstehen sollte.

Ende November 2017 gab es dafür dann doch grünes Licht. Der Pfarrkirchenrat genehmigte die Errichtung der WC-Anlage in Form eines Baurechtsvertrags auf 99 Jahre. Also widmete sich die Gemeinde der Detailplanung und Kostenschätzung (die NÖN berichtete).

Doch jetzt kommt alles ganz anders. Denn: Die Grobkostenschätzung für den Einbau der WC-Anlage im ehemaligen Heizraum des Pfarrhauses beläuft sich auf rund 94.000 Euro und macht dem Projekt einen Strich durch die Rechnung.

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Es gibt aber eine neue Idee: Die Toiletten sollen im Gemeindehaus Kirchenplatz 3, in dem sich das Museum und der Kindergarten „Erlauf 2“ befinden, entstehen. „Dieser Standort bringt doch einige Vorteile mit sich. Er ist direkt an der Straße und da sich der Bankomat dort befindet auch videoüberwacht, eine Vorbeugung gegen Vandalismusschäden“, meint Engelmaier.

Das stille Örtchen würde nach dem neuen Plan in einem kleinen Raum im Kindergarten, der derzeit als Kuschelecke genutzt wird, errichtet werden. Die Kuschelecke wird in einen anderen Bereich des Kindergartens ziehen. Die neue Lösung kam im Gemeinderat gut an – der Beschluss fiel einstimmig.

„Der Standort bringt einige Vorteile mit sich. Die Videoüberwachung dort wäre eine Vorbeugung gegen Vandalismusschäden.“Franz Engelmaier

Somit bleibt allerdings noch offen, was mit dem baufälligen FF-Depot, das sich hinter der Kirche befindet, passiert. Ungefähre Pläne hat die Friedensgemeinde schon: Es soll abgerissen werden. Kostenpunkt: rund 54.000 Euro für Beseitigung, Fassade-Arbeiten und Begrünung. Wer das bezahlt, ist noch nicht sicher.

„Da es sich um einen juristischen Streitfall handelt und niemand sagen kann, ob das Sache der Gemeinde oder der Kirche ist, wollen wir der Diözese eine 50:50-Kostenteilung vorschlagen“, erläutert der Bürgermeister. Gespräche diesbezüglich werden folgen. Außerdem baut Engelmaier auf die Mithilfe von Bauhof, Pfarrgemeinderat und Freiwillige, um die Kosten des Abrisses zu senken: „Es wäre toll, wenn alle an einem Strang ziehen.“