Wütender Pensionist zückte Gehstock. 63-Jähriger bedrohte Frau mit einem Gehstock, auf ihren Freund schlug er ein. Nun fasste er bedingte Strafe und Geldstrafe aus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 31. Januar 2018 (05:00)
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„Herr Rat, ich bin ja zu 50 Prozent behindert, ich kann gar niemanden bedrohen“, entrüstet sich ein 63-Jähriger vor dem Richter.

Mit seinem Gehstock soll der Pensionist aus Erlauf zuerst auf eine Frau aufgezielt und dann deren Freund damit geschlagen haben. Nun sitzt er vor dem Strafrichter im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Mit seiner Nachbarin bin ich befreundet. Die wollt’ ich besuchen. Als ich an ihrer Tür geläutet habe, ist er dagestanden. Dass ich mich schleichen soll, hat er gesagt und dass er mich mit dem Stock rausschlagen wird“, erzählt die 34-Jährige.

„Weil bei uns im Haus so viel gestohlen wird“, erklärt der 63-Jährige. Und sagt: „Sie hat mir dann gleich das Götz-Zitat an den Kopf geworfen!“

Gefährliche Drohung und Körperverletzung

Schluss war damit nicht. „Beim Einkaufen haben wir den Angeklagten wieder getroffen, mein Freund hat ihn auf den Vorfall im Stiegenhaus angesprochen. Da ist er mit dem Stock auf ihn los, hat ihn am Kehlkopf erwischt“, so das Opfer. Auch das gibt der 63-Jährige zu.

Seine Lebensgefährtin will ihn entlasten. „I war dabei, gar nix hat er gemacht“, zischt sie. Warum der Pensionist dann geständig ist? Das glaubt die Zeugin nicht und sagt: „Da müsst’ ich doch was gesehen haben.“

Dem Richter reicht’s. „Erzählen’S das dem Kasperl“, gibt er der Zeugin mit und verurteilt den 63-Jährigen wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung zu sechs Monaten bedingt sowie 480 Euro unbedingter Geldstrafe. Nicht rechtskräftig.