Nach elf Jahren: Christa Kranzl tritt aus SPÖ aus. Ex-Staatssekretärin Christa Kranzl kam am Montag mit ihrer freiwilligen Rückgabe der Parteimitgliedschaft einem Parteiausschluss zuvor. Damit ist das Thema nach mehr als einem Jahrzehnt endlich abgeschlossen.

Von Markus Glück. Erstellt am 08. Juni 2021 (10:18)
Christa Kranzl
NOEN, Fahrnberger

Es war im Juli 2010, als der ehemaligen Staatssekretärin und früheren niederösterreichische Landesrätin Christa Kranzl vom Landesparteivorstand der SPÖ mitgeteilt wurde, dass ihre Mitgliedschaft aufgrund mehrerer Verstöße gegen das Parteistatut erloschen sei. Kranzl bezeichnete den Ausschluss damals als nicht „statutenkonform“. Hintergrund war ihr Antreten als „Bürgerliste Christa Kranzl“ bei der Gemeinderatswahl 2010 in ihrer Heimatgemeinde Persenbeug-Gottsdorf. Betroffen waren auch weitere SPÖ-Mitglieder, die auf der Bürgerliste kandidierten. Von der Landespartei wanderte das Ausschlussverfahren danach zur Bundespartei, wo es mehr als zehn Jahre von insgesamt drei Bundespartei-Vorsitzenden nicht behandelt wurde.

Jetzt nahm sich die SPÖ vor, die offenen Parteiausschluss-Verfahren abzuschließen und so wurde am vergangenen Montag auch Kranzl vor das zuständige Gremium geladen. Dort hielt die Ex-Staatssekretärin nochmals ein Plädoyer und verkündete danach aus freien Stücken aus der Partei auszutreten. Ihre Mitstreiter aus Persenbeug taten es ihr gleich. Damit ist der Fall Kranzl innerhalb der SPÖ abgeschlossen.