Mank: Gedenkfeier zu Jubiläum des Mahnmals Dorna . Am vergangenen Sonntag wurde das zehnjährige Bestehen des Mahnmals Dorna begangen. Für die Gemeinde und die Region ist es von großer Bedeutung.

Von Michael Bouda. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:43)
Bei der Gedenkfeier verganenen Sonntag in Dorna bei Mank: Pianist Paul Gulda (4. v. l.) hielt die Festrede, Alois Will (8. v. l.) initiierte das Mahnmal vor elf Jahren. Im Bild mit Gerhard Karner (1. v. l.), Gerhard Flossmann (2. v. l.), Martin Leonhardsberger (5. v. l.) und Leopold Lienbacher (7. v. l.) sowie Christian Rabl (1. v. r.) und Pfarrer Wolfgang Reisenhofer (2. v. r.).
Michael Bouda

„Es ist keine Feier, die von Trauer oder Niedergeschlagenheit geprägt ist, sondern die auch Optimismus in sich trägt, dass etwas besser gemacht werden kann.“ Paul Gulda traf die Stimmung und Intention wie so vieles am vergangenen Sonntag auf den Punkt.

Der Pianist und Vorsitzende der Rechnitzer Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S sorgte an diesem Nachmittag musikalisch für die passende Stimmung und hielt die Festrede zum zehnjährigen Jubiläum des Mahnmals in Dorna, das immer daran erinnern soll, wie nah und unmittelbar Gräueltaten des Nationalsozialismus begangen wurden.

Seit 2010 weist das Mahnmal auf die Ermordung dreier KZ-Häftlinge am Hof der Familie Will hin. Initiator Alois Will hatte die Hinrichtung als Vierjähriger mit ansehen müssen. „An das Spielen in der Sandkiste als Vierjähriger kann man sich vielleicht nicht mehr erinnern, so etwas vergisst man aber nicht“, sprach Will bei der Gedenkfeier davon, dass er „immer schon etwas zur Erinnerung“ machen wollte.

Zahlreiche Besucher am Hof der Familie Will

Und Will brachte mit dem Mahnmal das Erinnern zurück nach Mank, zurück in die Region. Und es habe ihm selbst bereits viele wertvolle Begegnungen mit Menschen gebracht.

Wie groß die Bedeutung des Bauwerks, umgeben von Wacholder und Fahnenmasten, ist, war am vergangenen Sonntag allgegenwärtig. Trotz drohenden Regens und vereinzelter Tropfen war die Veranstaltung bestens besucht. Willkommen geheißen wurden die Gäste von Manks Bürgermeister Martin Leonhardsberger (ÖVP). „Danke für dein Engagement und die Organisation“, zog Leonhardsberger den Hut vor Will. Der Stadtchef hob hervor, dass das Mahnmal den Anstoß gab, sich näher mit der Geschichte Manks auseinanderzusetzen – etwa in Form des Manker Zeitzeugenbuchs.

„Erinnern ist schwer – immer noch.“

Mit diesem Zitat begann Gerhard Karner seine nachdenkliche Rede. Der Texingtaler ÖVP-Bürgermeister bedankte sich als Zweiter Landtagspräsident auch im Namen des Landes Niederösterreich bei Will für die Initiative und die Erhaltung des Mahnmals. Denn es sei wichtig, das unmittelbare Gedenken in der Region „anzunehmen und mitzunehmen“, auch wenn es nicht einfach sei. „Vielen Dank für dieses kleine Gedenken mit großer Bedeutung“, sagte Karner.

Der Manker Pfarrer Wolfgang Reisenhofer schilderte beeindruckend, welch tragische Auswirkungen das Terrorregime hatte – auch auf jene, die überlebten. „Dieses Mahnmal möchte uns tatsächlich mahnen: Niemals wieder!“, sprach Reisenhofer die unantastbare Würde jedes Menschen an.

Dass Wills Erlebnis dabei stellvertretend war für viele Gräueltaten, die erst durch ein System, beziehungsweise dessen Störung, ermöglicht wurden, hob wiederum Gulda hervor, der gemeinsam mit dem Publikum singend das Finale der Gedenkfeier beging – es gelte, Missstände jeder Art zu überwinden. „We shall overcome, some day.“