Feuerwehr liefert Strom. Katastropheneinsatz / Seit Montag der Vorwoche leistet die Feuerwehr Hilfe nach dem Eisregen in Slowenien. Mit dabei ist die Feuerwehr Melk. Das Ende des Einsatzes ist derzeit offen.

Von Franz Gleiß. Erstellt am 11. Februar 2014 (23:59)
NOEN, Feuerwehr Melk
Beim Einsatz in Slowenien: Johann Reiter (v. l.), Sascha Probst und Gerhard Sonnberger von der Feuerwehr Melk.
Von Franz Gleiß

Das Szenario liefert Stoff für einen Katastrophenfilm: Schnee und Eisregen haben die Stromversorgung in der Region Notranjska im Süd-Westen Sloweniens großflächig unterbrochen. Und mit dem Einsetzen des Tauwetters Ende der Vorwoche setzen Überschwemmungen ein.

„So etwas hat noch keiner von uns gesehen“, sagt Gerhard Sonnberger nach seiner Rückkehr. Der stellvertretende Kommandant der Melker Wehr würde eine ähnliche Ausnahmesituation auch in Österreich sehen: „Kein Land hat so viele größere Aggregate zur Verfügung.“
 


„Kerzenlicht flackert in den Fenstern“

Die Notwendigkeit des Hilfseinsatzes zeigt sich im täglichen Leben: Mit dem Zusammenbruch des Stromnetzes funktionieren weder Wasserversorgung, Telekommunikation noch Heizungen. Stromlose Geschäfte haben geschlossen. Für die Einsatzkräfte bietet sich ein längst vergessenes Bild. „Kerzenlicht flackert in den Fenstern“, sagt Gerhard Scheiber von der Melker Wehr.

Während die leistungsstarken Aggregate Strom ins Netz einspeisen, leisten die Freiwilligen an anderer Stelle Hilfe. Mit Motorsägen räumen sie die Straßen von umgestürzten Bäumen frei. „Jeder zweite Baum hängt herunter. Die Straßen sind zum Teil noch immer unpassierbar“, sagt Scheiber. „Bis alle Schäden in den Wäldern aufgearbeitet sind, dauert es sicher zehn Jahre“, schätzt Scheiber.

 

NOEN, Feuerwehr Melk
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Einsatz inzwischen auf unbestimmte Zeit verlängert

Hilfe leisten die Melker nicht alleine. Österreich hat Katastrophenhilfsdienste der Feuerwehr aus Salzburg und Niederösterreich entsandt. Weitere Einsatzkräfte kommen aus Tschechien, Deutschland, Italien. 75.000 Haushalte wurden durch die internationale Hilfe bereits wieder mit Strom versorgt. 25.000 warten derzeit noch darauf.

Der ursprünglich auf wenige Tage anberaumte Einsatz wurde inzwischen auf unbestimmte Zeit verlängert. Die eingesetzten Freiwilligen werden im Viertagesrhythmus abgelöst. Von der Melker Wehr waren bisher Gerhard Sonnberger, Johann Reiter (2x), Sascha Probst, Thomas Fahrnberger und Gerhard Scheiber im Einsatz. Am Dienstag übernimmt Johann Jindra von der FF Weiten das Kommando über den Stromzug West. Begleitet wird er von Erwin Barth und Roland Barth sowie von Manfred Schmidt.