Erstellt am 01. Juni 2018, 14:00

von Denise Schweiger und Markus Glück

Häme für Waldhäusl: „Tiere mit Migrationshintergrund“. FP-Landesrat Waldhäusl erntet Häme im Netz für „Tiere mit Migrationshintergrund“

Unter Beschuss: Landesrat Gottfried Waldhäusl.  |  Marschik

Ein NÖN-Bericht anlässlich der FP-Bezirkstour in Pöchlarn sorgt derzeit österreichweit für Schlagzeilen. FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl meinte dabei zum Thema Tierschutz, dass „Hunde mit Migrationshintergrund unseren Tieren leider oftmals den Platz in den örtlichen Tierheimen wegnehmen“. Im Zusammenhang mit der von VP-Bundeskanzler Sebastian Kurz geschlossenen Balkanroute zogen Nutzer auf Facebook und Twitter Waldhäusls Aussagen ins Lächerliche. „Die Hunderoute gehört endlich geschlossen“, so einige Facebook-Nutzer.

Gerettete Tiere schwer zu vermitteln

Nach dem Aufsehen versucht der Landesrat, der unter anderem auch für Tierschutz zuständig ist, seine Aussagen zu erklären: „Es handle sich um ein ernsthaftes Thema und ich werde oft auf die Welpenmafia angesprochen.“ Laut dem FP-Politiker kämpfen geförderte Tierheime mit Platzprobleme. Die Gründe liegen für Waldhäusl dabei im Ausland.

 

So stammen laut ihm über 60 Prozent der aufgenommen Hunde entweder von illegalen Welpenimporten oder aus Tötungsstationen, in Rumänien. „In der Folge seien diese Tiere oft schwer zu vermitteln. Wir brauchen aber Plätze in Tierheimen, in denen Hunde oder Katzen krankheitshalber oder nach dem Tod ihrer Besitzer abgegeben werden können“, erläutert Waldhäusl.

Sidl: Waldhäusl-Aussagen "lächerlich"

Für SP-Bezirkschef und Landtagsabgeordneten Günther Sidl sind die Aussagen von Waldhäusl „lächerlich“: „Man versucht mittlerweile krampfhaft von den Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich auf Bundesebene abzulenken.“

Für den Bezirkschef muss sich die FPÖ zudem entscheiden, ob man Oppositionspartei oder in der Regierung Verantwortung übernehmen möchte.

 SP-Bezirkschef Günther Sidl  |  SPÖ