Regina Voglhuber: „Integration bleibt in Ybbs Thema “. Da Ybbs kein Asylheim mehr hat, stellte FP-Reithner Subventionsansuchen des Vereins „Vielfalt nutzen in Ybbs“ infrage. Voglhuber gibt Einblick in den Integrationsverein.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. Juli 2019 (04:41)
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Derzeit besuchen rund 13 Jugendliche den Lernclub des Vereins „Vielfalt nutzen in Ybbs“.

Eigentlich hätte es ein schnell abgehandelter Tagesordnungspunkt bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ybbs sein sollen. Doch als bei den angeführten Vereinen, die um Subventionen baten, der Verein „Vielfalt nutzen in Ybbs“ fiel, platzte dem FP-Gemeinderat Andreas Reithner kurzerhand der Kragen.

„Das Asylheim ist geschlossen, Ybbs hat doch keine Flüchtlinge mehr. Wozu brauchen sie denn bitte noch Geld von der Gemeinde?“, stellte der Freiheitliche das Ansuchen infrage. Als Antwort bekam Reithner ein entnervtes Kopfschütteln von SP-Gemeinderätin und Vereinsmitglied Regina Voglhuber. „Integration bleibt auf jeden Fall noch lange ein Thema in unserer Stadt. Wer daran zweifelt, kann uns gerne einmal besuchen und sich ein Bild von unserer Vereinsarbeit machen“, argumentierte sie im Plenum. Bis auf Reithner sprach sich der Gemeinderat für die Subventionierung von 1.130 Euro als Restbetrag von 6.000 Euro für das Jahr 2019 aus.

Bislang ließ sich der freiheitliche Kritiker noch nicht bei einem Treffen des Vereins „Vielfalt nutzen in Ybbs“ blicken. „Was nicht ist, kann ja noch werden“, bleibt Voglhuber aber optimistisch. „Dass unser Verein mit der Schließung des Asylheims nicht mehr gebraucht wird, ist ein völliger Irrglaube.“

Denn der Bedarf an Deutschkursen ist auch ohne Asylheim in der Stadt gegeben. Seit 2017 gibt es den Verein, an zwei Tagen die Woche werden die Kinder mit Sprachkursen unterstützt. „Und zwar von Ehrenamtlichen“, betont Voglhuber. Derzeit kommen etwa 13 Kinder in den Lernclub. Das Angebot richtet sich speziell an Jugendliche, deren Eltern nicht ausreichend Deutsch können, um mit ihnen die Hausübung zu machen.