Yspertal: 100-Jährige verrät ihr Geheimnis

Erstellt am 28. Mai 2022 | 06:10
Lesezeit: 2 Min
Der hundertste Geburtstag einer Bewohnerin ist selbst im Pflegezentrum Yspertal nicht alltäglich.
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Zahlreiche Gratulanten ließen es sich nicht nehmen, dem Ehepaar Hameder zum 60. Hochzeitstag und Rosa Bernhard zum 100. Geburtstag zu gratulieren.

Auf die Frage, wie man es schafft, 60 Jahre verheiratet zu sein, antwortet Alois Hameder mit einem verschmitzten Lächeln: „Es gab gute und nicht so gute Tage, aber das wohl größte Geheimnis ist, nicht immer alles zu hören“. Das Jubelpaar wohnt gemeinsam im Pflegezentrum und fühlen sich dort pudelwohl.

Einen ganz besonderen Grund zum Feiern hat Rosa Bernhard. Sie feierte ihren 100. Geburtstag. Geboren 1922 in der einst so mächtigen Donaumonarchie, als Älteste von drei Kindern, erlebte sie in ihrer Kindheit durchaus entbehrungsreiche Jahre. Kleider aus Stoffresten zusammengenäht, Schuhe ein Luxusartikel, das Brennholz in mühevoller Arbeit im Wald gesammelt. Dazu kam, dass Bernhard bereits als Zehnjährige, nach der Schule, in einem Gasthaus als billige Arbeitskraft Geschirr abwaschen musste – der Lohn, ein Essen.

Entbehrungsreiches, aber glückliches Leben

Ein Besuch der Hauptschule in Ybbs war aus Kostengründen nicht möglich. Also absolvierte sie die achtstufige Volksschule, um dann jedoch sofort ins Arbeitsleben einzusteigen. Anfangs noch als Haushaltshilfe in Persenbeug und St. Pölten und als Trafikgehilfin. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die junge Bernhard als Pflegehelferin im – zum Kriegslazarett umfunktionierten Therapiezentrum Ybbs – engagiert. Nach Kriegsende trat sie dann ihren Dienst in Persenbeug als Hebammen- und Säuglingshelferin im damaligen Entbindungsheim an. 1945 lernte sie den aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Leopold Bernhard kennen. Bereits 1946 wurde geheiratet. Hobbys wie das Schreiben von Prosa oder Kopfrechnen halten die rüstige 100-Jährige bis heute geistig fit. Das besonders hohe Alter begründet sie mit einem gesunden Lebenswandel und vor allem mit ihrem starken Glauben, der ihr stets ein wichtiger Rückhalt war und ist. Da nach einem Herzinfarkt professionelle Betreuung wichtig wurde, übersiedelte sie 2021 ins Pflegezentrum Yspertal.

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