Marbacher Dreiecksbeziehung ohne „große Liebe“. Seit einem Jahr wird Marbach „schwarz-blau“ regiert, die SPÖ-Fraktion agiert als Opposition. Eine NÖN-Bilanz.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:13)
„Handshake“ zum Start: FPÖ-Vize Manfred Mitmasser und ÖVP-Bürgermeister Peter Grafeneder (v. l.) nach der konstituierenden Sitzung im März 2020.
Schweiger

Der 26. Jänner 2020 war ein schwarzer Tag für die „Roten“ in Marbach. Die SPÖ kassierte eine heftige Wahlschlappe, die Absolute war futsch, der damalige SPÖ-Bürgermeister Anton Gruber verkündete noch am Wahlsonntag seinen Rückzug (siehe ganz unten). Seit einem Jahr lenken nun ÖVP-Bürgermeister Peter Grafeneder und FPÖ-Vize Manfred Mitmasser die politischen Geschicke der Donaugemeinde, nach Jahrzehnten an der Spitze sind die Sozialdemokraten in der Opposition.

FPÖ um „gutes Gesprächsklima mit SPÖ bemüht“

Grafeneder zieht angesichts seines ersten Jahres im Bürgermeistersessel positiv Bilanz. „Es läuft gut, aber Corona schiebt uns natürlich bei diversen Vorhaben den Riegel vor“, er sei aber froh, dass sich viele Projekte – wie etwa die Hangsicherung beim Kalvarienberg oder die Kanalsanierung im Ortsteil Krummnußbaum – umsetzen lassen.

Mit dem Koalitionspartner laufe die Zusammenarbeit sehr gut – und mit der SPÖ? „Ich darf mich nicht beschweren, aber die große Liebe mir gegenüber gibt‘s nicht unbedingt“, meint Grafeneder.

Nachgefragt bei FPÖ-Vize Mitmasser betont er, dass man um ein „gutes Gesprächsklima mit der SPÖ“ bemüht sei. „Hervorragend“ bewertet er die Zusammenarbeit mit der ÖVP: „Peter und ich tauschen uns laufend aus.“ Nach einer gesundheitlich bedingten Auszeit will Mitmasser nun wieder „voll für die Gemeinde durchstarten“.

Und was sagt die dritte Partei im Marbacher Bunde, die SPÖ? Laut Fraktionschef Karl Zimmerl habe man sich in der Rolle der Opposition mittlerweile zurechtgefunden. „Das war natürlich nicht so einfach, nach so vielen Jahren in der gestaltenden Position.“

Die SPÖ konzentriere sich laut Zimmerl auf ihre Kontrollfunktion und wolle – weiter – Themen setzen. „Den Großteil der Projekte, der jetzt fertig wird, hat schließlich noch die SPÖ gestartet.“ Mit Priorität zu behandeln wäre für den Fraktionschef das leer stehende XXXLutz-Gebäude oder der Umbau des Gemeindeamts im Sinne der Barrierefreiheit.