100 Autos im Bezirk Melk ausgeraubt. Ein Mann hat Bargeld, Wertgegenstände und Kreditkarten aus über 100 unversperrten Autos gestohlen: 21 Monate teilbedingte Haft.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:36)
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Ein 31-Jähriger nutzte die Vergesslichkeit von sehr vielen Autobesitzern und stahl Bargeld, Wertgegenstände sowie Bankomat- und Kreditkarten aus unversperrten Autos in Tulln, Almerberg (Bezirk St. Pölten-Land), Pöchlarn, Krummnußbaum, Loosdorf und anderen Orten. In Summe sind dabei ungefähr 10.000 Euro zusammengekommen. Jetzt sitzt er unter anderem wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls, Urkundenunterdrückung, schweren Betrugs vor dem Richter.

Laut seinem Verteidiger hat sein Mandant die Taten aus Mittellosigkeit verübt, habe aber aus der Haft gelernt. Er ist geständig mit Ausnahmen: Im Juli sei er für eine Woche in Wien in Haft gewesen (das bestätigt die Polizei) und habe daher in diesem Zeitraum keine Diebstähle verübt und auch danach nicht, da er ausgereist sei.

Angeklagter will nicht im Land gewesen sein

Es gibt allerdings einen Fingerabdruck an einem Auto ein paar Tage nach der Entlassung aus dieser Haft und ein Foto von ihm von einer Tullner Überwachungskamera, aufgenommen im September. Wenn in den Brieftaschen Dokumente waren, habe er sie immer zurückgelassen, sagt er weiter. Der Richter hält ihm aber vor, dass die über hundert Geschädigten das Gegenteil sagen, nämlich, dass ihre Unterlagen weg seien. Doch der Angeklagte bleibt bei seiner Version.

„Soll ich jetzt 150 Zeugen vernehmen? Ist das Ihr Ernst?“, fragt der Richter, der sich darüber ärgert, dass der Angeklagte vor der Polizei so schön geständig war, ihm jetzt aber etwas anderes erzählt. Möglicherweise sei das sein Mittäter gewesen, lenkt der Angeklagte dann ein. Der unbekannte Mann sitzt jetzt jedoch nicht vor Gericht.

Der Richter verurteilt den Angeklagten zu 21 Monaten Haft, 14 Monate werden ihm bei einer dreijährigen Probezeit bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.