14-jährige Melkerin: „Ich steche dich ab“. 14-jährige Melkerin schnitt Mädchen Haare ab und schlug sie. Die Angeklagte schwieg den gesamten Prozess über.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 31. Januar 2020 (04:10)
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„Das passiert einem auch nicht alle Tage“, sagt der Richter im Hinblick auf die Verhandlung.

Wegen schwerer Körperverletzung und versuchter Nötigung muss sich jetzt eine 14-jährige Melkerin am Landesgericht St. Pölten verantworten. Laut Anklageschrift hat sie im September des Vorjahres gemeinsam mit einem weiteren Mädchen einer Dritten die Haare abgeschnitten. Außerdem haben sie das Opfer geschlagen und getreten. Von einer weiteren Beteiligten wurde die Tat gefilmt.

Auf dem Video ist zu sehen, wie die zwei Mädchen ihr Opfer an den Haaren packen, sodass diese gezwungen wird, eine gebückte Haltung einzunehmen. Kurz darauf schneiden sie ihr büschelweise die Haare ab. Nachdem sie dies getan haben, schlagen sie ihr mit der flachen Hand ins Gesicht sowie auf den Hinterkopf. Außerdem ist auf dem Video zu sehen, wie die Angeklagte ihrem Opfer Tritte in die Leistengegend sowie auf den Oberschenkel verpasst.

14-Jährige äußerte sich nicht zu den Vorwürfen

„Sie haben mich in eine Falle gelockt“, sagte das Opfer, das bei der Verhandlung nicht anwesend war, in seiner Aussage. Die Angeklagte hat sich als jemand anderes ausgegeben, um sicher zu stellen, dass das Opfer zum besagten Treffpunkt kommt. Nachdem sie ihr die Haare abgeschnitten und sie geschlagen und getreten haben, hat ihr die Angeklagte gedroht: „Wenn du zur Polizei gehst, steche ich dich ab.“

Die Melkerin äußerte sich zu keinem der Vorwürfe dazu. Sie schwieg den gesamten Prozess über. Die Jugendliche ist zwar unbescholten, hatte aber bereits vor ihrem 14. Lebensjahr Probleme mit Drogen. Außerdem wurde sie bei versuchtem Diebstahl erwischt. Das Opfer ist glimpflich, nämlich mit leichten Verletzungen, davongekommen. „Sie braucht psychische Behandlung, die sie bereits mehrere hundert Euro gekostet hat“, so die Opfervertreterin.

Da die Angeklagte keine Reue zeigte, sich nicht entschuldigte und die Tat mit großer Brutalität ausführte, wurde sie zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten und drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Außerdem ist sie verpflichtet, eine Schadenersatzsumme von 2.833 Euro an das Opfer zu zahlen und sich in psychiatrische Behandlung zu begeben. Zudem besteht ein Kontaktverbot zu dem Opfer.